Gaissert schmeißt in Molpertshaus hin

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 Kapitän Marco Gronmayer (links, hier im Kopfballduell mit Haisterkirchs Jakob Schuschkewitz) und der FV Molpertshaus müssen ab
Kapitän Marco Gronmayer (links, hier im Kopfballduell mit Haisterkirchs Jakob Schuschkewitz) und der FV Molpertshaus müssen ab sofort ohne den zurückgetretenen Trainer Otto Gaissert auskommen. (Foto: Rolf Schultes)
Stephan Bischof

Otto Gaissert, bis Sonntag noch als Trainer des FV Molpertshaus in der Fußball-Kreisliga A I tätig, hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. „Die letzten Wochen und auch schon die ganze Saison hatten wir Probleme. Ich hoffe dass durch meine Entscheidung nochmal ein Ruck durch die Mannschaft geht“, so Gaissert. Zwei Spiele sind noch zu absolvieren, bevor sich die Liga in die Winterpause verabschiedet. Am nun anstehenden 15. und somit letzten Vorrundenspieltag empfängt der FVM den SV Reute um 14.30 Uhr.

Mit elf Punkten aus 13 Spielen spielt der FV Molpertshaus bislang eine eher unterdurchschnittliche Saison, der Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen ist bei fünf Punkten Rückstand aber noch vorhanden. Am vergangenen Spieltag gastierte der FVM bei Mitaufsteiger Ankenreute und verlor mit 1:3. Wirklich überraschend war dies aber nicht, denn auf fremden Plätzen konnte man noch keinen einzigen Punkt holen. Für Trainer Gaissert war diese Niederlage nun aber zu viel. Er legte sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder und verkündete seine Entscheidung direkt im Anschluss an die Partie auch seiner Mannschaft. Gaissert, der den FVM Ende der Saison 2017/2018 übernommen hatte und dem im letzten Jahr der Wiederaufstieg in die Kreisliga A gelang, sieht den Hauptgrund für seinen Rücktritt in der für ihn sehr frustrierenden Personalsituation: „Die Hälfte der Stammspieler trainierte schon die ganze Saison maximal einmal pro Woche. Sei es berufsbedingt, verletzungsbedingt oder aus anderen privaten Gründen. Unsere gedachte Startaufstellung war noch nie geschlossen im Training da. Dazu stehen für die erste Mannschaft im Grunde nur grob 13 Spieler mit der nötigen Qualität zur Verfügung. Ausfälle können also kaum verkraftet werden. Wenn wir dann Langzeitverletzte wie Berno Maucher, Pirmin Blattner oder die angeschlagenen Dennis Hafner und Jonas Ruff haben, dann können wir das nicht kompensieren. Ein vernünftiger Trainingsbetrieb war nie wirklich möglich und wurde nun immer schwieriger. So kann man einfach auch Sonntags keine Leistung abrufen. Da ich keine Aussicht auf Besserung sehe, habe ich mein Amt nun zur Verfügung gestellt. Ich hoffe dass nochmal ein Ruck durch die Mannschaft geht und dass der Klassenerhalt vielleicht doch gelingt“.

Raimund Biber, sportlicher Leiter beim FV Molpertshaus, stimmt dem scheidenden Trainer in großen Teilen zu: „Wir haben in Molpertshaus keinen so großen Kader, dass wir uns viele Ausfälle leisten können. Für Verletzungen kann niemand etwas, wenn dann aber Spieler auch noch in so einer Situation in den Urlaub fahren fehlt mir das Verständnis. Wir danken Otto Gaissert für seine geleistete Arbeit und wünschen ihm alles Gute. Er ist ein toller Trainer und wir verdanken ihm viel“. Zur sportlichen Zukunft äußert er sich kämpferisch: „Wir hatten viele tolle Heimspiele, haben unter anderem die SG Baienfurt geschlagen. Wenn wir nächstes Jahr auswärts zulegen, dann ist der Klassenerhalt noch machbar.“

Für die zwei noch anstehenden Spiele gegen den SV Reute und die SGM Dietmanns/Hauerz übernimmt mit Oliver Rude der Trainer der zweiten Mannschaft, der von Raimund Biber Unterstützung erhält: „Wir werden diese zwei Spiele zusammen machen und dann haben wir etwas Luft, um uns neu aufzustellen. Wir müssen unbedingt nochmal punkten, am besten zweimal gewinnen“.

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