Diese Ehe hat ihre Probe bestanden

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 Mit dem Ruhenstand zog es das Paar nach Alttann.
Mit dem Ruhenstand zog es das Paar nach Alttann. (Foto: Mecklenburg)
Angelika Mennig-Saiger

Nur wenigen Paaren ist das Glück beschieden, 65 Ehejahre feiern zu dürfen: Das Fest der „Eisernen Hochzeit“ Die Wegmarke und das Ziel, das viele Paare anstreben, die „Goldene Hochzeit“ liegt schon 15 Jahre zurück. Auf diese lange gemeinsame Zeit können Gerhard und Eva-Ruth Mecklenburg aus Wolfegg-Alttann zurückblicken.

Ein besonderer Tag für die beiden und für die ganze Familie. Der Fokus ist an diesem Tag auf ein gelungenes Lebenskonzept zu zweit und auf das Geschenk der langen gemeinsamen Zeit gerichtet. 65 Jahre als Mann und Frau durch dick und dünn. Eiserne Hochzeit, das heißt, sich in allen Facetten des Lebens zu kennen. Begegnet sind sich die beiden in Stuttgart-Feuerbach im Rahmen einer Veranstaltung ihrer religiösen Gemeinschaft. Gerhard Mecklenburg aus Oldenburg war der Arbeit wegen nach Stuttgart gekommen, wo er als Installateur und Flaschner gearbeitet hat. Eva-Ruth Mecklenburg kam mit ihrer Familie nach Flucht und Vertreibung aus Hirschberg im Riesengebirge nach Stuttgart. „Es war Sympathie und Liebe auf den ersten Blick“, bestätigen die beide. So wurde nach zwei Jahren geheiratet. „Es war ein schöner, sonniger Tag damals“, erinnert sich das Paar, „doch ein paar Wolken gab es auch“, ergänzt Herr Mecklenburg schmunzelnd. Eine Hochzeitsreise? „Nein, das gab es damals nicht!“ Bei den Eltern der Braut fand das junge Glück eine Bleibe, bevor sie nach zwei Jahren ihre Wohnung in Stuttgart-Feuerbach beziehen konnten, wo auch die erste Tochter, Ute, zur Welt kam. Die zweite Tochter, Dina, erblickte nach weiteren 16 Jahren das Licht der Welt.

Viel herumgekommen

Viel seien sie im weiteren Verlauf auf der Welt herumgekommen: Spanien, Polen, Jugoslawien. Seine Arbeitsstelle hatte Mecklenburg in einem Stuttgarter Krankenhaus als Betriebstechniker. Dort fand auch seine Frau eine Anstellung als Arztsekretärin. Ausgleich und Erholung gab die Arbeit im Garten. Auf die Frage nach ihrem Ehe-Rezept ist sich das Jubelpaar einig: „Unser roter Faden war die Bibel. Dort finden sich auf alle Fragen die richtigen Antworten“. In der Ehe müsse jeder mal einen Kompromiss eingehen und man sollte immer wieder etwas Neues ausprobieren.

Dies taten sie dann mit Beginn des Ruhestands mit ihrem Entschluss, nach Wolfegg-Alttann umzuziehen, weil sie von dieser Gegend sehr angetan waren. Viel Freude bereitete es ihnen, gemeinsam die Gegend zu erkunden und „Spritztouren“ zu machen.

Der 65. Hochzeitstag steht symbolisch für Eisen, ein widerstandsfähiges Material, das geschmiedet werden kann. So auch die Ehe, die nach 65 Jahren ihre Probe bestanden hat. 65 Jahre gemeinsam durch Freude und Leid, durch Auf und Ab. Dieses Jubiläum darf mit Freude, Dankbarkeit, Stolz sowie den beiden Töchtern und drei Enkelkindern gefeiert werden.

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