Der Storch setzt sich in Rötenbach ins gemachte Nest

Lesedauer: 5 Min
 Die Storchennestbauer von Rötenbach (von rechts): Klaus „Amadeus“ Stützenberger, Thomas „Fisch“ Renner, Franz Heine und die Bes
Die Storchennestbauer von Rötenbach (von rechts): Klaus „Amadeus“ Stützenberger, Thomas „Fisch“ Renner, Franz Heine und die Besitzerin der Scheune Zita Graf. (Foto: Bettina Musch)
Bettina Musch

Störche sind willkommen in Rötenbach in der Gemeinde Wolfegg. Damit sie auch bleiben, sich wohlfühlen und brüten, haben sich drei Vogelfreunde zusammengetan und dafür ein Nest gebaut. Vor Kurzem wurde es in einer spektakulären Aktion auf dem Dach einer Scheune montiert. Aktuell sind schon die ersten Störche daran interessiert.

Gerade als Klaus Stützenbergen auf dem First der Scheune in Rötenbach sitzt, fängt es heftig an zu regnen. Er hat, gut gesichert von seinen beiden Freunden Thomas Renner und Franz Heine, mit Bergsteigerausrüstung das rutschige Dach erklommen und will jetzt das etwa 200 Kilo schwere Storchennest an seinem Platz montieren. Zuvor muss allerdings noch der alte Strommasten, der als Halterung dienen soll, abgeflext werden. Wie kommt man auf eine solche Idee? „Im letzten Jahr waren sieben Storchenpaare in Rötenbach“, erzählt Klaus Stützenberger, den in Rötenbach alle nur „Amadeus“ nennen. „Aber sie sind gleich weitergezogen und nicht geblieben“, meint er. Er vermutet, weil sie keinen Brutplatz gefunden haben.

Daraus entstand die Idee, ein Nest zu bauen. Auch sein Freund Thomas Renner, alias „Fisch“, hatte diesen Einfall und mit dem dritten im Bunde, Franz Heine, ging man an die Verwirklichung. „Wir haben uns im Internet über Storchennester informiert“, erklärt Amadeus. „Aber dort waren nur ganz einfache und ziemlich primitive Nester zu sehen“. Und die Rötenbacher wollten ein richtig aufwändig konstruiertes Nest bauen.

So wurden um den Reifen eines Wagenrades Korbweiden geflochten und der Nestboden mit Einstreu ausgepolstert. „Dazu haben wir das gesammelt, was auch der Storch für seinen Nestbau verwendet“, sagt Amadeus. Nachdem er mit dem Landratsamt und dem Nabu Kontakt aufgenommen hatte, ging es im Dorf auf die Suche nach einem geeigneten Dach.

Dann kamen mehrere glückliche Umstände zusammen. Die Rötenbacher Dorfgemeinschaft sei immer in gutem Austausch, hilft einander in enger Gemeinschaft, erzählen die Mitstreiter. So erfuhr auch Zita Graf von dem Vorhaben und bot das Dach ihrer Scheune für das Storchennest an. Ein glücklicher Zufall: Neben der Scheune steht gerade ein großer Baukran, und auf dem Stadel ist ein Stromabnehmer, der momentan stillgelegt wurde. „So mussten wir keine aufwändige Unterkonstruktion bauen, sondern konnten das leere Rohr des Mastens nutzen“, so Amadeus.

Schon drei Interessenten für das Nest

Unter den Blicken zahlreicher Zuschauer wurde das Nest dann an den Kran gehängt und auf das Dach geschwenkt, auf das Amadeus geklettert war. Von oben der prasselnde Regen und neben sich die Funken beim Abflexen des Mastens war das keine ganz einfache Aktion. Aber nach einer Stunde passte das untere Rohr des Nestes genau in das Loch des Masten und hat somit einen sicheren Halt. Amadeus kletterte zurück und kam gut gesichert auf dem glitschigen Dach wieder nach unten. „Wenn der Storch jetzt sieht, dass das Nest ja schon fertig ist und er damit fast gar keine Arbeit mehr hat, wird es ihn wohl locken“.

Und tatsächlich: So scheint es schon zu sein. Aktuell berichtet Amadeus, dass sich bereits drei Störche für das Nest interessieren. Wahrscheinlich sei auch ein Pärchen dabei. Demnächst soll auch eine Webcam Bilder liefern, wenn das Nest bezogen ist. Die Aufhängung dafür und die Anschlüsse sind schon montiert.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen