Das Automuseum war sein Lebenswerk

Lesedauer: 6 Min
Schwäbische Zeitung

Fritz B. Busch, der Gründer des Oldtimer-Museums in Wolfegg, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Bereits mit drei Jahren begann Buschs Leidenschaft für Autos.

Von unserem Redaktionsmitglied   Thorsten Kern

Fritz B. Busch, Träger des Bundesverdienstkreuzes, hat sich in seinem Leben einen Namen als „Autopapst“ gemacht. Manche nannten ihn auch den „Tucholsky“ des Motorjournalismus. Seit 1958 schrieb Busch für Magazine wie „Auto, Motor und Sport“ oder „Motor Klassik“. In dem Beitrag „Von Autos und Menschen“ steht über ihn geschrieben: „Fritz B. Busch war Werbeleiter, Kriminalassistent, Kriegsberichterstatter, Grafiker, Chauffeur, Gebrauchtwagenhändler und seit Ende der 60er Jahre Autotester und Journalist.“ Die Bücher von ihm erreichten Millionenauflagen, Autoreportagen von ihm gehören auch heute noch zu viel zitierten Beiträgen in Fachblättern.

1973 gründete Busch das Oldtimer-Museum in Wolfegg. Begonnen hatte seine Leidenschaft jedoch wesentlich früher. Bereits mit drei Jahren. Damals bekam er ein Dreirad geschenkt, dass heute im Museum steht. Die Faszination Bewegung auf Rädern ließ in seitdem nicht mehr los. Durch seinen Vater bekam Fritz B. Busch Zugang zur automobilen Welt. Früher schraubte Busch selbst an Autos herum, zudem war er als Schriftsteller und Journalist bekannt und beliebt. Denn seine Geschichten handelten weniger von Daten und Fakten als vielmehr von Geschichten rund um das Auto. „Ich denke, und das Auto handelt so, als wäre das Auto meine Beine“, schrieb Busch einst in einer Jaguar-Reportage für „Auto, Motor und Sport“. Für eine Reportage vor gut 30 Jahren soll Fritz B. Busch 7000 Mark bekommen haben. Für damalige Verhältnisse eine große Summe.

Fritz B. Busch war jedoch nicht nur Sammler und Journalist, sondern auch Tüftler. Mit selbst gebauten Autos stellte Busch Weltrekorde auf, für das Magazin „Stern“ fuhr er in einem Golf der ersten Generation nonstop von Alaska nach Feuerland. Mit einem selbstgebauten Dieselauto erreichte er nach eigenen Angaben Geschwindigkeiten um 300 Kilometer pro Stunde. Und Fritz B. Busch entwickelte vor gut 45 Jahren einen Vorläufer der heutigen Familienvans. Sein „fam“ hatte allerdings keinen Erfolg. Im Gegensatz zu seinem Museum: Der Beginn war 1973 in einem Gebäude, das zum Wolfegger Schloss gehörte. Eine Etage, 32 Autos. Irgendwann ging dann der Platz aus, denn immer mehr Oldtimer kamen dazu. 1998 wurde das Museum erweitert. Und heute? Heute können Besucher mehr als 200 Oldtimer, Motorräder, Traktoren und Wohnmobile bewundern. Schon auf dem Weg zum Museum ist Fritz B. Busch präsent. Zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2002 benannte die Gemeinde Wolfegg den Weg zum Museum in „Fritz-B.-Busch-Straße“ um.

Anfangs, so heißt es, wurde Busch für seine Idee, ein Automuseum zu eröffnen, fast belächelt. Der Erfolg gab ihm jedoch recht. Aus aller Welt reisten und reisen Autoliebhaber nach Wolfegg, um die Oldtimer in Augenschein nehmen zu können. Das Automuseum Busch ist eines der beliebtesten privaten Automuseen Deutschlands. Seit 1998 arbeitete Buschs Tochter Anka im Museum mit. 2006 übernahm sie schließlich als Geschäftsführerin die Verantwortung. Seine Liebe zum Motorsport hat sich Fritz B. Busch jedoch bis ins hohe Alter behalten.

Eigentlich sollte das Museum aber in Vogt entstehen. Dort hatte sich Busch niedergelassen. Und dort sollte nach seinen Wünschen ein Feriendorf entstehen. Das wurde ihm vom damaligen Bürgermeister jedoch untersagt. So entschied sich Busch für Wolfegg als Museums-Standort – auch wegen eines guten Angebotes des Fürsten Max Willibald von Waldburg-Wolfegg.

Vogt blieb er dennoch treu. Viele, die ihn kannten, beschreiben Busch als „Kavalier der alten Schule“. Exemplarisch dafür steht eine Geschichte aus den 80er Jahren: Damals gewann Fritz B. Busch einen Campingpreis, dotiert mit 16000 Mark. Diese Summe spendete er der Vogter Jugend. Sie sollte sich davon Zelte kaufen. Öffentliche Funktionen in der Gemeinde hat Busch nie inne gehabt.

Auch sonst sonnte sich Busch nicht im Glanze seines Erfolges. Seine Tochter Anka teilte gestern mit, dass ihr Vater nie viel Aufhebens um sich gemacht hat. Nach seinen Wünschen soll es so auch weitergehen. Im Kreise seiner Familie starb Fritz B. Busch am Donnerstag. Seiner Familie hinterließ er den Wunsch: „Ich betrachte mein Ableben als reine Privatsache und bitte das zu respektieren. Es mögen alle, die meiner gedenken, statt Tränen ein Lächeln mir schenken.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen