Das Automuseum in Wolfegg ist Geschichte

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Automuseum Fritz B. Busch in Wolfegg schließt
Schwäbische Zeitung
Gabriele Hoffmann

Aus und vorbei, die Türen sind geschlossen, die Hallen leer. Nach mehr als vier Jahrzehnten ist das Automuseum von Fritz B. Busch in Wolfegg Geschichte. Die Gemeinde Wolfegg hat ein überregional bekanntes Aushängeschild verloren. Die komplette Sammlung geht aber ans Traktormuseum Bodensee nach Uhldingen-Mühlhofen. Selbst der Name Fritz B. Busch bleibt dort erhalten.

„Es ist gut, so wie es ist“, bekräftigt Museumsinhaberin Anka Busch ihre Entscheidung. Mit einem lachenden und einem weinende Auge – ist es doch das Lebenswerk ihres Vaters, das hier am Ort seinen Abschied nimmt. Der bekannte Automobilschriftsteller Fritz B. Busch, Autotester, Journalist und Fernsehmoderator, eröffnete 1973 als einer der Ersten in Deutschland ein privates Automuseum, das sich rasch großer Beliebtheit erfreute. Zeigten sich doch hier 100 Jahre Geschichte und Entwicklung des Automobils, verbunden mit vielen Zeitzeugengeschichten.

Vor zehn Jahren hat Tochter Anka Busch das Museum von ihrem Vater übernommen und in seinem Sinne weitergeführt, aber auch mehr nach außen geöffnet. So veranstaltete sie zum Beispiel Oldtimerpartys im Fürstlichen Hofgarten.

Fritz B. Busch hat wohl zu Lebzeiten schon geahnt, dass sein Automuseum auf Dauer keinen Bestand in der Familie haben wird. „Er hat immer zu mir gesagt: Wenn du das Museum verkaufen willst, dann tu es, aber nicht solange ich lebe“, sagt Anka Busch. Vor sechs Jahren ist Busch verstorben.

Eine glückliche Fügung

Als jetzt eine Verlängerung des Pachtvertrags für die Museumsräume anstand, war für sie der Zeitpunkt gekommen, über die Zukunft zu entscheiden: Den Vertrag um fünf Jahre verlängern, um dann wieder vor der gleichen Entscheidung zu stehen, oder jetzt aufhören, da sich aus der Familie niemand als Nachfolger zur Verfügung stellt? In diesem Entscheidungsprozess sprach sie Gerhard Schuhmacher, der Besitzer des Traktormuseums in Uhldingen-Mühlhofen an, der sein Museum um Oldtimer erweitern wollte. Es war eine glückliche Fügung, sagt Anka Busch, denn so bleibe das Lebenswerk ihres Vaters erhalten. Sogar mit seinem Namen, nur eben am Bodensee und nicht mehr im Allgäu.

Professionell mit Tiefladern und sechs erfahrenen Leuten wurden die Ausstellungsobjekte in kurzer Zeit von Wolfegg nach Uhldingen-Mühlhofen verfrachtet. „Das Ende des Museums in Wolfegg hat keine wirtschaftlichen Gründe“, betont Anka Busch. Sie selbst möchte jetzt das schriftstellerische Werk ihres Vaters überarbeiten und teils neu herausgeben.

Vielleicht wird es aber in Zukunft wieder ein Automuseum in Wolfegg geben. Ein Bürger der Gemeinde plant an alter Stelle ein neues Automuseum mit dem Schwerpunkt Kraftfahrzeuge aus den 70er- und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

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