Zußdorfer Waldbühne gibt Zwischenspiel

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Gabriele Kunze hat das Stück "Werk(s)verkauf" geschrieben. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
Adelinde Schwegler

„Es ist nur etwas Kleines“, sagt Barbara Kunze. Und geschrieben hat sie es , weil die Zußdorfer Waldbühne etwas aus dem Rhythmus geraten war. Alle drei Jahre, so hatte man sich im Waldbühnenverein vorgenommen, sollte ein Theaterstück über die große Naturbühne beim Sportplatz gehen. Doch für 2013 war das einfach nicht zu schaffen, wenn man dem hehren Ziel, nämlich das ganze Theater als großes Dorfprojekt ablaufen zu lassen, treu bleiben wollte. „Aber ausfallen lassen wollten wir es auch nicht“, meint Kunze. Und so schrieb sie ein Stück, passgenau für Zußdorf, das sich noch vor dem nächsten großen Waldbühnentheater im August 2014 umsetzen lässt. Noch ist das Rollenbuch nicht gedruckt. Dabei ist geplante Spielzeit im November, also bleibt nur wenig Zeit zum Proben. Kunze wird deshalb zumindest in den großen Rollen auf Leute mit Theatererfahrung setzen. Was ihr nicht allzu schwer fallen dürfte, denn im wesentlichen rekrutiert sich das Schauspielerpotenzial aus der Gemeinde Wilhelmsdorf und ihrer engeren Umgebung. Und so, erzählt Barbara Kunze, kam es ganz automatisch, dass sie beim Stück schreiben schon die eine oder andere Rolle „ im Geiste besetzt hatte“ und die Handlung auf die entsprechenden Charaktere zuschrieb. Im Übrigen geht es auch bei diesem Theater um die hehren Ziele der Waldbühne: Altersunabhängig und generationenbergreifend zusammen etwas schaffen, sich kennenlernen, Gemeinschaft erleben.

So richtig in die Vollen geht es nach dieser Prämisse dann ab dem 29. Juni: Dann findet die erste Leseprobe statt und das Text lernen kann beginnen. Der Stoff aus dem das Stück „Werk(s)verkauf“ gewoben wurde, ist nicht weit hergeholt. Und er bedient auch ein paar Klischees: So, dass die Schwaben sparen und deshalb gerne im Werksverkauf kaufen. Solches Verhalten hat schon manchen Unternehmer an den Rand der Existenz gebracht und Investoren mit ihren Übernahmeangeboten auf den Plan gerufen.

Diese Doppeldeutigkeit des Begriffs Werk(s)verkauf hat Kunze in 15 Bildern herausgearbeitet. Um den richtigen Ton zu treffen, hat sie „den Leuten aufs Maul geschaut“. Und so ist eine Realsatire entstanden, die in einer Trikotagen-Fabrik spielt, aber auch in jedem anderen mittelständischen Unternehmen hätte spielen können. Mit Choreografien, Musik und waldbühnentypischen Überraschungselementen öffnet sich für diese Art von Werk(s)verkauf im November nun der Vorhang im Dorfgemeinschaftshaus Schalander in Zußdorf.

Begleitet wird die Theatersaison 2013 nicht von einem Fabrikverkauf, sondern von einem der literarischen Kost angepassten kleinen kulinarischen Markt. Für dessen Vorbereitung wie für viele anderen Theaterdienste wurden im Waldbühnenverein wieder Teams gebildet, auf die bis zur Premiere am 8. November noch viel Arbeit wartet.

Theatertage im Haus Schalander sind vom 8. bis 11. November und vom 15. bis 17. November; Start des Kartenvorverkaufs wird zu gegebenen zeit bekannt gegeben. Mitgliederversammlung der Waldbühne ist am 19. Juni ab 20 Uhr im Bräuhaus Zußdorf. Dabei stehen auch Wahlen und ein Ausblick auf Aktionen und Termine auf der Tagesordnung. Dazu gehört die Spielzeit im Schalander genauso wie die große Freilichtaufführung im August 2014 unter Regie von Thomas Beck, für die mit „Alle hopp“ der Titel, aber der Casting-Termin noch nicht feststehen.

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