Zieglersche unterstützt Forderung nach Flächentarif für Pflegekräfte

Neuland Werkstatt Aulendorf, FuB Aulendorf, Förder-und Betreuungsbereich
Neuland Werkstatt Aulendorf, FuB Aulendorf, Förder-und Betreuungsbereich (Foto: Sarah Benkißer)
Schwäbische Zeitung

Die Bezahlung von Pflegekräften ist nicht erst seit der Corona-Pandemie ein aktuelles Thema. Die Zieglerschen in Wilhelmsdorf haben laut Pressemitteilung eine eindeutige Haltung dazu. Seit 2015 gilt bei den Zieglerschen ein sogenannter Tarifkompromiss. Der damalige Vorstand und die Konzern-Mitarbeitendenvertretung vereinbarten gemeinsam eine Tarifeinheit auf Basis des regionalen Diakonietarifs, um den vormaligen Flickenteppich an Entgeltmodellen zu bereinigen.

Ebenso konnten dadurch die Mitarbeitenden der ausgelagerten Servicegesellschaft wieder in unsere kirchliche Tarifwelt zurückgeführt werden. Die damit verbundenen höheren Lohnkosten sollten zehn Jahre lang solidarisch finanziert werden. Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter der Zieglerschen, von der Servicekraft bis zum Vorstand, auf ein Prozent seines Bruttolohns verzichtet und damit eine solidarische Lösung mitfinanziert. „Das dadurch ermöglichte gute Lohngefüge für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen wir unbedingt beibehalten“, sagt Markus Lauxmann, Kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen.

„Für alle unsere Mitarbeitenden gelten ausnahmslos die kirchlichen Tarifverträge der Diakonie“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Zieglerschen, Gottfried Heinzmann. „Diese sehen im Vergleich zu anderen nicht tarifgebundenen privaten Trägern deutlich höhere Entgelte für Pflegekräfte vor. Zusätzlich gilt für uns als Unternehmen, dass alle Mitarbeitenden nach Tarif bezahlt werden und wir keine Ausgliederungen in Servicegesellschaften mit Haustarifen haben.“

Die Forderung eines bundesweit geltenden Tarifvertrags in der Pflege ist aus Sicht der Zieglerschen nicht so einfach zu lösen, wie es scheint. „Die Bemühungen um eine angemessene Bezahlung aller Pflegekräfte in Deutschland unterstützen wir voll und ganz“, sagt Heinzmann. Allerdings könne eine einseitige Vorgehensweise schwerwiegende, nicht kalkulierbare negative wirtschaftliche Folgen haben. „Unsere Sorge ist, dass sich die Kostenträger bei den künftigen Entgeltverhandlungen an dem niedrigeren Tarif orientieren und sich an einer Refinanzierung von darüber hinaus gehenden Lohnkosten, auf Basis unserer bestehenden kirchlichen Tarifverträge der Diakonie, nicht beteiligen werden“, erklärt Lauxmann. Die Mehrkosten können die Leistungserbringern nicht tragen und gleichzeitig kann die Differenz nicht auf die Pflegebedürftigen umgelegt werden. In der Folge würden die Leistungserbringer in wirtschaftliche Schieflage geraten. Damit wären die Herausforderungen der Zukunft nicht mehr zu meistern und die Qualität in der Pflege nicht mehr gewährleistet.

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