Wilhelmsdorf plant neues Gewerbegebiet

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 Wo heute noch Mais und Getreide wächst, soll ab dem kommenden Jahr das neue Gewerbegebiet „Rotäcker III“ entstehen.
Wo heute noch Mais und Getreide wächst, soll ab dem kommenden Jahr das neue Gewerbegebiet „Rotäcker III“ entstehen. (Foto: Guth)
Herbert Guth

Das aus heutiger Sicht letzte große Gewerbegebiet in der Gemeinde Wilhelmsdorf soll direkt im Anschluss der bestehenden Gewerbeflächen im Bereich Rotäcker entstehen. Das etwa drei Hektar große Gebiet wird direkt im Anschluss an die Sportanlagen der TSG Wilhelmsdorf in Richtung der Ortschaft Esenhausen geplant. Über Ziele und Zwecke des Vorhabens informierte die Verwaltung jetzt im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Bürgerschaft. Rund 20 Zuhörer waren gekommen, darunter bereits Interessenten für Grundstücke im Bereich Rotäcker III.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, Flächen für unsere bisherigen und auch künftigen Gewerbebetriebe zu erwerben“, führte Bürgermeisterin Sandra Flucht in die Thematik ein. Hier sollen Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden, durch die letztlich auch durch erhöhte Gewerbesteuereinnahmen in der Zukunft die Finanzlage der Gemeinde verbessert werden soll. Die Planung stehe noch am Anfang. Noch könnte flexibel auf die Bedürfnisse der künftigen Betriebe eingegangen werden. Vieles sei schon vorabgestimmt. Allerdings könne es im komplexen Bebauungsplanverfahren mit vielen beteiligten Fachbehörden noch Änderungen ergeben.

Naturschutzrechtliche Vorgaben

Die Planungsziele sowie der Vorentwurf des neuen Bebauungsplans wurden von Mitarbeitern des Büros Sieber aus Lindau vorgestellt. Das Büro ist spezialisiert auf die Bereiche Stadtplanung, Landschaftsplanung, Artenschutz und Immissionsschutz. Die Fachleute unterstützen die Gemeinde bei der Bauleitplanung. Anhand von Zeichnungen und Fotos vermittelte Merlin Rehmann, Mitglied der Geschäftsleitung des Büros Sieber, den Besuchern ein Bild von den aktuellen Planungen. Dabei müssen auch vielfältige naturschutzrechtliche Vorgaben berücksichtigt werden, da die Fläche direkt an ein Naturdenkmal und geschützte Bereiche angrenzt.

Besondere Aufmerksamkeit galt dem von Rehmann vorgelegten Zeitplan. Danach soll bereits im Herbst der Entwurf zum Gewerbegebiet „Rotäcker III“ im Gemeinderat diskutiert und am Ende gebilligt werden. Die Pläne werden dann ausgelegt und unter anderem die Träger öffentlicher Belange angehört. Es folgt die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen und Einarbeitung in die Planung. Für das Frühjahr 2020 könnte der Gemeinderat den Satzungsbeschluss fassen. Es folgen die Erschließungsarbeiten und die Vermarktung der Gewerbegrundstücke.

Ausschließlich Betriebsstätten geplant

Zu diesem letzten Punkt hatte Bürgermeisterin Flucht konkrete Anmerkungen. „Das Ziel ist es die Wirtschaft zu fördern, Arbeitsplätze zu erhalten, neue Betriebe anzusiedeln und so eine Perspektive auf nachhaltige höhere Einnahmen bei der Gewerbesteuer zu erhalten.“ Auf der Fläche sollen ausschließlich Betriebsstätten entstehen. Wohnen wird ausgeschlossen, auch keine Wohnflächen für Betriebsleiter. Aus dem Verkauf der Flächen wird die Gemeinde laut Flucht keine großen Gewinne erzielen. „Unser Blick ist in die Zukunft gerichtet.“

Die Vermarktung der Bauplätze soll in einem öffentlichen und transparenten Bewerbungsverfahren erfolgen, versprach Flucht. Die Vergabekriterien werden im Herbst vom Gemeinderat festgelegt. Nach Vorliegen der Erschließungsplanung und einer Kostenschätzung wird der Verkaufspreis vom Rat festgelegt. In der Aussprache wurden Fragen nach der Verkehrsanbindung gestellt. Für einen vorgeschlagenen Kreisverkehr sahen die Planer eher keine Chancen. Außerdem wurde von Bürgerseite eingefordert, dass auf den Grundstücken ausreichend Parkmöglichkeiten geschaffen werden müssten.

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