Mobilfunk-Resolution an Gemeinderäte überreicht

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Schwäbische Zeitung
Herbert Guth

Wenn sich am Dienstag die Gemeinderäte in Wilhelmsdorf mit der Frage befassen, wo ein neuer Standort für Mobilfunksendeanlagen favorisiert werden soll, dann liegen den Räten zwei Papiere besorgter Bürger vor. In einer Unterschriftenliste sprechen sich 174 unmittelbar Betroffene gegen einen von der Verwaltung favorisierten Standort auf dem Telekom-Gelände am Öschweg aus. In einer jetzt an die Räte verteilten Resolution kämpft die Bürgerinitiative Mobilfunk Wilhelmsdorf für einen Standort außerhalb der Wohnbebauung an der Rotachsäge beim Bauhof.

Für diese Resolution, die in den vergangenen Tagen von Karl-Hermann Metzger mit weiteren Argumenten für den vorgeschlagenen Platz ergänzt wurde, hatte sich bei einer Versammlung die große Mehrzahl der Anwesenden für den Bauhof-Standort ausgesprochen. (Die SZ berichtete.)

Der geplante Abriss des Gebäudes der ehemaligen Gotthilf-Vöhringer-Schule biete jetzt die Chance, einen Platz weiter weg von Wohnhäusern zu wählen. Nach Ansicht der Bürgerinitiative sei ein Umkreis von 300 Metern rund um einen Sendemasten von der Strahlenintensität her die problematischste Fläche. Im Gegensatz zum Platz am Öschweg biete in dieser Hinsicht der Bauhof-Standort erhebliche Vorteile. Außerdem gehöre dort das Grundstück der Gemeinde. Damit sei diese der Vertragspartner der drei großen Mobilfunkanbieter. Sie könne deshalb das Verfahren am ehesten beeinflussen. Außerdem könne die Gemeinde von fälligen Mieteinnahmen profitieren.

Neben zahlreichen weiteren Argumenten weist die Mobilfunkinitiative darauf hin, dass es im Umkreis des derzeitigen Standorts viele Krebspatienten geben soll. Ein Zusammenhang mit den Immissionen der Mobilfunkantennen sei zwar wissenschaftlich nicht bewiesen. „Das Gegenteil kann aber auch niemand mit Sicherheit behaupten“, heißt es in der Resolution an die Räte.

Als Fazit wird in dem Schreiben bekräftigt, dass bei der Standortwahl die Versorgung mit Mobilfunk auf der einen Seite und die Vorsorge für die Gesundheit der Mitbürger auf der anderen Seite unter einen Hut zu bringen seien. Hinter der Versorgung stehe eine mächtige Industrie. „Die Vorsorge hat leider keine starke Lobby“, wird bedauert. Am Ende der Resolution heißt es von den Verfassern, zu denen neben Karl-Hermann Metzger der Sprecher der Mobilfunkinitiative Hansjörg Lehmann sowie die Mitglieder Horst Brändle und Werner Schlegel gehören: „Mit einem Votum für den Standort Bauhof wird die Vorsorge gestärkt, ohne auf die Mobilfunkanwendungen in guter Qualität verzichten zu müssen.“

Das letzte Wort beim Vorschlagsrecht für einen neuen Standort für die Sendeanlagen hat jetzt der Gemeinderat. Die Sitzung beginnt am Dienstag, 30. Januar, um 19 Uhr im Bürgersaal.

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