Krippen und Jesuskinder im Museum Schelshorn

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Der Sammler Sepp Schelshorn ist stolzer Besitzer von über 140 Krippen und Darstellungen von Szenen rund um die Heilige Nacht. Se
Der Sammler Sepp Schelshorn ist stolzer Besitzer von über 140 Krippen und Darstellungen von Szenen rund um die Heilige Nacht. Sein Prachtstück ist diese imposante Krippe, deren Figuren aus traditionsreichen Schnitzer-Werkstätten im bayerischen Oberammergau stammen. Das Bild zeigt nur einen kleinen Teil der Krippe. (Foto: Herbert Guth)
Herbert Guth

Weihnachtskrippen gehören zur Adventszeit wie die Lichter an den Bäumen, Strohsterne an Fenstern oder Glühwein auf den Advents- und Weihnachtsmärkten im ganzen Land. Das private Museum für bäuerliches Handwerk und Kultur in Wilhelmsdorf wird deshalb auch in diesem Jahr einen Teil der beeindruckenden Krippensammlung der Museumsbetreiber Elfriede und Sepp Schelshorn der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Gezeigt werden in der Museumsscheune rund 40 Darstellungen mit Motiven von der Heiligen Nacht. Eröffnet wird die Ausstellung am zweiten Adventssonntag, 9. Dezember. Weitere Öffnungstage sind am dritten Adventssonntag, 16. Dezember, und am Dreikönigstag, am Sonntag, 6. Januar 2019.

Die Leidenschaft, mit der Sepp Schelshorn seine Exponate den Besuchern vorstellt, ist auch kurz vor seinem 80. Geburtstag ungebrochen. Mit neun Jahren bekam er seine erste Krippe geschenkt. Sie war der Grundstock für eine imposante Sammlung, die insgesamt mehr als 140 Krippen und Motive rund um die Weihnachtsgeschichte umfasst. Diese stammen nicht nur aus dem süddeutschen Raum. Exotische Arbeiten aus Afrika und Südamerika ergänzen die Darstellungen aus ganz Europa, zu denen unter anderem auch eine seltene böhmische Kastenkrippe gehört.

Riesige Oberammergauer Krippe

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht wieder die riesige Oberammergauer Krippe, in der es in diesem Jahr wieder neue Figuren aus einer Traditionsschnitzerei zu bewundern gibt. Die Schnitzwerke von Menschen und Tieren stammen aus Oberammergau, der dazugehörende Stall für Maria und Josef mit dem Jesuskind sowie alle anderen Szenen aus dem früheren Leben der Menschen schnitzte und bastelte Sepp Schelshorn in seiner eigenen Werkstatt. Als Kontrast zu dieser gewaltigen Krippe mit acht Metern Länge ist die kleinste Krippe zu sehen, die aus Papier gestaltet ist und die in einer runden Käseschachtel Platz findet. Sie stammt von einer Künstlerin aus Memmingen.

Neben den traditionellen Krippen zeigt Schelshorn etwa 15 sogenannte „Fatschen-Kinder“. Das sind Figuren des Jesuskindes, die in verschiedensten liebevoll ausgestatteten Kästen liegen. Zu den Prachtstücken gehört das „Prager Jesukind“. Diese Kostbarkeit wurde aus Wachs geformt, in Seide und Spitzen gehüllt und anschließend in einem Glaszylinder eingeschlossen. Eine weitere figürliche Darstellung des Jesuskindes stammt aus dem Jahr 1820, eines der ältesten Sammlerstücke. Eine Expertise bescheinigt der Figur, dass es sich bei ihr um eine ausgesprochen wertvolle süddeutsche Arbeit handelt.

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