Die Finanzierung für den Natur-Parcours ist gesichert

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Wiese mit Häuser dahinter
Auf dieser Wiese am Rand des Riedlehrpfads in Wilhelmsdorf soll ein naturnah gestalteter Erlebnisgarten für Kinder entstehen. (Foto: Archiv: Herbert Guth)
Herbert Guth

Ein Spielplatz mit dem Namen „Moor bewegt – Natur-Parcours für Kinder von zwei bis zehn Jahren“ entsteht beim Naturschutzzentrum in Wilhelmsdorf.

Der Gemeinderat gab in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für das Projekt. Zuvor waren in der Beratung des Haushaltsplans für das Jahr 2020 für die Anlage bis zu 40 000 Euro freigegeben worden.

Dass der Naturspielplatz in der geplanten Form verwirklicht werden kann, war bisher nicht sicher. Bei der Vorstellung des Natur-Parcours im Jahr 2017 machte der Rat den Weg zwar frei, doch unter der Bedingung, dass allein Zuschüsse und Spenden für die Finanzierung herhalten müssten und die finanziell klamme Gemeinde möglichst kein eigenes Geld zuschießen dürfe. Diesen Vorgaben zufolge ging die Verwaltung zu Werke.

Von den ermittelten Gesamtkosten in Höhe von 236.000 Euro übernimmt jetzt die Stiftung Naturschutzfonds rund 155.000 Euro. Bis November 2019 sei es gelungen, insgesamt 34.000 Euro an Sponsorengeldern einzusammeln, sagte Bürgermeisterin Sandra Flucht. „Leider ist uns der angedachte Hauptsponsor ausgefallen“, fügte sie hinzu.

Bei der Aufstellung des Etats für 2020 warb die Bürgermeisterin für die Schaffung dieser naturnahen und kindgerechten Anlage. „Ich bitte Sie, die maximal fehlenden 40.000 Euro mitzutragen.“ Sie gehe aber davon aus, dass weitere Spenden fließen werden.

Die Argumente der Verwaltung, vorgetragen von Ann-Kathrin Kraus, Leiterin des Amts für Bildung- und Gemeindeentwicklung , überzeugten auch zuvor skeptische Ratsmitglieder, die sich gegen zusätzliche Ausgaben aus der Gemeindekasse gewehrt hatten. Insgesamt biete das Projekt mit einer sehr hohen Förderquote von rund 80 Prozent die Möglichkeit, mit einem überschaubaren Einsatz von Eigenmitteln einen modernen Spiel- und Erlebnisplatz für Kinder neu zu errichten.

Ich bin jetzt zur Überzeugung gekommen, dass wir diesen Spielplatz brauchen. Deshalb sollten wir das Geld in die Hand nehmen. 

Andreas Schelshorn, Sprecher der Freien Wähler

Bei den Familienbesuchen werde regelmäßig deutlich, dass ein gut gestalteter Spielplatz in der Gesamtgemeinde fehlt, berichtete Kraus von ihren Erfahrungen. Zusätzlich trage die Lage beim Naturschutzzentrum zur Attraktivität für Besucher, insbesondere für Familien, bei.

„Ich bin jetzt zur Überzeugung gekommen, dass wir diesen Spielplatz brauchen. Deshalb sollten wir das Geld in die Hand nehmen“, sagte Andreas Schelshorn, Sprecher der Freien Wähler. Er wie später auch andere Räte brachten die Frage ins Spiel, was Bürger dazu beitragen könnten, das fehlende Geld aufzubringen. Er denke an einen öffentlichen Aufruf um Mithilfe bei der Finanzierung.

Wir sollten aber auch die bestehenden Spielplätze nicht aus den Augen lassen und sie mit einfachen Mitteln aufwerten. 

Christof Bühler, Bürgerliste

Christof Bühler (Bürgerliste) sieht in dem neuen Spielplatz mit besonderer Note einen hohen Mehrwert für die Gemeinde. Er sei also dafür. Willi Metzger (gemeinsam aktiv) sah das Projekt ebenfalls als wichtig für die Infrastruktur von Wilhelmsdorf an. „Wir sollten aber auch die bestehenden Spielplätze nicht aus den Augen lassen und sie mit einfachen Mitteln aufwerten“, wünsche er sich.

Waltraud Bosch, Ortsvorsteherin von Esenhausen, brachte die Idee ins Spiel, das Verwaltung und Räte auf dem Weihnachtsmarkt am 30. November einen Stand betreiben könnten, mit dem Ziel, Geld für den Natur-Spielplatz zu erwirtschaften. Bürgermeisterin Flucht versprach zu überprüfen, ob dieses Anliegen kurzfristig verwirklicht werden kann.

Nach einstimmiger Freigabe der Mittel im Haushalt 2020 wurden die Arbeiten für den Landschaftsbau sowie für die Spielgeräte vergeben.

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