Der Strom war in vielen Haushalten für mehr als eine Stunde weg.
Der Strom war in vielen Haushalten für mehr als eine Stunde weg. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Hinweise zu Störungen finden sich unter www.netze-bw.de

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In mehreren Gemeinden des Landkreises Ravensburg ist am Mittwochmorgen der Strom ausgefallen. Wie Netze BW mitteilen, kam es um 8.14 Uhr zu einem Defekt an einem 20 000-Volt-Erdkabel im Bereich der Ortsnetzstation „Linsenberg“ in Unterankenreute. Dieser führte Bruchteile von Sekunden später, aber in erheblicher Entfernung, zu einem Folgefehler nahe der Station Riedhof in Wilhelmsdorf.

In der Folge fiel der Strom rund um Unterankenreute sowie im Gebiet zwischen Wilhelmsdorf, Riedhausen und Ebenweiler aus. Dort konnte die Bereitschaft nach Ermittlung der Fehlerstelle innerhalb von weniger als einer halben Stunde die Versorgung weitgehend wiederherstellen. Durch Schaltmaßnahmen in Abstimmung mit der Leitstelle in Ravensburg waren laut Mitteilung um 9.39 Uhr fast alle Haushalte und Betriebe wieder am Netz.

Ein zweites Monteursteam hatte parallel dazu die Fehlerstelle in Unterankenreute ermittelt und dort bis 9.10 Uhr die Vollversorgung wiederhergestellt. Um zwei Höfe zwischen Riedhausen und Wilhelmsdorf wieder ans Netz zu bringen war jedoch zunächst das Öffnen einer Trennstelle auf einem Gittermast mithilfe eine Steigers erforderlich. Seit 12.34 Uhr floss auch dort wieder der Strom. Die genauen Fehlerstellen an den betroffenen Kabelabschnitten sind inzwischen mithilfe eines Messwagens lokalisiert und sollen noch im Laufe der Woche repariert werden.

Erdkabel sind nach Angaben von Netze BW generell viel weniger störungsanfällig als die in den ländlichen Region verbreiteten Freileitungen. Dennoch kann es zu Defekten (Erdschlüssen) kommen, beispielsweise durch spitze Steine im Erdreich, Erdbewegungen, die die Kabel verschieben, möglicherweise auch schon bei der Verlegung nicht bemerkte kleinste Beschädigungen.

Bei der Netze BW wird das 20 000-Volt-Mittelspannungsnetz grundsätzlich in Form „offener Ringe“ aufgebaut, sodass im Störungsfall beschädigte Abschnitte – in der Regel zwischen zwei Ortsnetzstationen –herausgeschaltet (von der Versorgung abgeschnitten) werden können. Durch Umschaltungen innerhalb der Ringstruktur können diese betroffenen Stationen wieder ans Netz genommen oder sozusagen „von der anderen Seite“ versorgt werden, bevor eine Reparatur beginnt. Diese sollte dann umgehend erfolgen, damit die Vorteile der Ringstruktur weiterhin gewährleistet sind und das Netz nicht übermäßig belastet wird. In den Ortsnetzstationen, genauer im Transformator, erfolgt die Umspannung von 20 000 Volt auf die in den Haushalten und Betrieben gängige Ortsnetzspannung von 400/230 Volt.

Hinweise zu Störungen finden sich unter www.netze-bw.de

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