Xaverius-Kindergarten wird abgerissen und neu gebaut

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Mehr als 3 Millionen Euro für neuen Kindergarten
Der Xaverius-Kindergarten in Weingarten wird abgerissen und komplett neu gebaut.

Der Xaverius-Kindergarten wird abgerissen und komplett neu gebaut. Das hat der Weingartener Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig beschlossen. So soll in der Irmentrudstraße bis zum Jahr 2021 aus eine fünfgruppige Kita entstehen. Obwohl die katholische Kirchengemende St. Martin der Bauträger ist, wird die Stadt den Großteil der geschätzten Kosten von rund 3,25 Millionen Euro übernehmen. Während sich die Stadträte grundsätzlich über die Maßnahme einig waren, debattierten sie vor allem über die mögliche Finanzierung. Doch auch dabei fand man letztlich einen beschlussfähigen Konsens.

So wird die Stadt 91,07 Prozent der Gesamtsumme übernehmen. Nach aktuellen Berechnungen macht das 2,96 Millionen Euro. Diese sollen über einen sogenannten Investitionszuschuss fließen. Letztlich wird dadurch der Haushalt 2019 mit 800 000 Euro (Planungs- und Anschubphase), den Haushalt 2020 mit 1,5 Millionen Euro (Hauptausgaben) und den Haushalt 2021 mit 663 000 Euro (Schlussrechnungen) belasten. Alternativ wäre ein Mietmodell vorstellbar gewesen. Dabei hätte die Kirche die Kosten über einen Kredit mit einer Länge von 25 Jahren finanziert. Die Kosten für Zins und Tilgung wären dann von der Stadt über die Miete verrechnet worden. „Es gab aber auf beiden Seiten eine deutliche Tendenz für das Investitionsmodell“, sagte Oberbürgermeister Markus Ewald.

Dabei gibt es verschiedene Argumente, die für das Investitionsmodell sprechen. Einerseits wird die Kirche damit an die Nutzung des Gebäudes für die Kinderbetreuung gebunden. Beim Mietmodell würde die Stadt darüber hinaus eine Immobilie in 25 Jahren finanzieren, die eigentlich eine Nutzungsdauer von 50 Jahren aufweist, ohne dass die Stadt weitere Rechte daran hätte. Zudem ist es haushaltsrechtlich passender, das Investitionsmodell zu nutzen. Denn so kann das Gebäude in 50 Jahren abgeschrieben werden, was einer jährlichen Belastung von 59 000 Euro entspricht. Beim Mietmodell und den 25 Jahren wären es 119 000 Euro im Jahr. „Die Kosten sind die gleichen. Letztlich ist der Unterschied, wie es durch den Haushalt läuft“, erklärte Kämmerer Daniel Gallasch.

Dabei hat sich die Stadt mit der Gesamtkirchengemeinde, die letztlich Träger und Nutzer der Kita sein wird, auf eine Instandhaltungsrücklage von jährlich circa 41 000 Euro geeinigt. So sollen alle künftigen Bauunterhaltungsmaßnahmen und Sanierungen abgedeckt werden. „Der Stadt entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten“, betonte Rainer Beck, Fachbereichsleiter für Gesellschaft, Bildung und Soziales. Sollte das Gesamtprojekt jedoch deutlich teurer als bisher kalkuliert werden, müsste das Projekt allerdings noch einmal im Gemeinderat diskutiert werden.

Ausweichmöglichkeit Promenade

Notwendig macht die Maßnahme vor allem der stetig steigende Bedarf an Krippen- und Kleinkindbetreuungsplätzen. Aufgrund gestiegener Geburtenzahlen, Zuzügen und dem gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz ab dem ersten Lebensjahr braucht es zusätzliche Plätze. Im Rahmen der sogenannten Kindergartenkonzeption versucht die Stadtverwaltung dem gerecht zu werden. So wird im Sommer mit dem Umbau der Promenadeschule begonnen, der im Herbst 2019 abgeschlossen werden soll. Das wiederum würde für die drei Gruppen des Xaverius-Kindergarten während des Neubaus eine Ausweichmöglichkeit bieten.

Ganz konkret soll das bisherige Gebäude in der Irmendtrudstraße, welches 1927 erbaut wurde und total veraltet ist, abgerissen werden. In die bauliche Neuordnung soll dann das benachbarte Gemeindezentrum mit einbezogen werden. In der Summe soll die Gruppenzahl von bisher drei auf fünf aufgestockt werden (zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen). Sobald der Neubau in der Irmentrudstraße dann fertig gestellt ist, können die Gruppen wieder zurückziehen. In der Promenade soll dann das Kinderhaus Bullerbü – aktuell noch in der Ravensburger Straße – eine neue Heimat finden.

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