„Wir möchten eine essbare Stadt gestalten“

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 Wollen die Weingartener Innenstadt attraktiver gestalten (von links, vordere Reihe): Fenja Buck, Sieglinde Zimmer-Meyer, Klara
Wollen die Weingartener Innenstadt attraktiver gestalten (von links, vordere Reihe): Fenja Buck, Sieglinde Zimmer-Meyer, Klara Fiegel, (mittlere Reihe) Roswitha Herfurth und Karin Kappeler-Zintl sowie (hintere Reihe) Margarete Huber-Sterk und Susanne Münz. (Foto: privat)

Seit einem Jahr treffen sich sieben Frauen im Rahmen der Bürgerinitiative „Lebendiges Weingarten“ und überlegen, wie sie die Innenstadt von Weingarten attraktiver gestalten können. Ihr erstes großes Projekt ist das Aufstellen von Blumentöpfen, in denen Tee- und Gartenkräuter angepflanzt werden sollen. Diese dürfen dann von den Bürgern geerntet werden.

„Biodiversität ist ein Thema, das besonders durch das Insektensterben immer mehr ins Bewusstsein rückt und keinesfalls vernachlässigbar ist“, sagt Fenka Buck aus dem Team. Mitstreiterin Sieglinde Zimmer-Meyer ergänzt: „Unser Projekt kann ein Beitrag dazu sein. Wir möchten eine essbare Stadt gestalten – für Menschen und Insekten.“ Von Lavendel, Salbei und Kapuzinerkresse über Rosmarin und Thymian bis hin zu Pfefferminze und Zitronenmelisse wird alles dabei sein.

Die eigentliche Vision der Frauen, die in Weingarten leben oder arbeiten, war allerdings die Aufwertung und Belebung des Münsterplatzes. „Der Münsterplatz ist schön, aber wenig lebendig“, so Sieglinde Zimmer-Meyer. Durch den duftenden, blühenden und essbaren Pfad, der sich von der Basilikatreppe über den Münsterplatz bis zum Löwenplatz ziehen soll, möchte die Gruppe den Münsterplatz so mehr in die Weingartner Innenstadt einbeziehen.

Susanne Münz von „Lebendiges Weingarten“: „Wie ein verbindendes Band sollen sich die Kräuterkübel durch die Weingartner Innenstadt ziehen.“ Die Gruppe hat sich für rote Blumentröge entschieden. „Rot ist ein absoluter Hingucker – vor allem im Winter wird es die Stadt sicherlich lebendiger machen“, erläutert Zimmer-Meyer. „Wir haben auch bewusst Kräuter ausgesucht, die weiß blühen, sodass die weißen Kräuter in den roten Kübeln dann die Farben Weingartes repräsentieren“, ergänzt Buck.

„Man braucht einen langen Atem und muss viel Mut haben“, sagt Sieglinde Zimmer-Meyer über anfängliche Bedenken und Schwierigkeiten. Auch Fenka Buck ist überzeugt: „Man findet immer Argumente, die einen ausbremsen – aber dann kommt man auch zu nichts.“ Susanne Münz stimmt zu, man müsse einfach anfangen und den Mut haben. „Vielleicht sind wir ja dann irgendwann bekannt als Weingarten mit den roten Kübeln“, träumt Zimmer-Meyer.

Die Teilnehmer treffen sich immer am letzten Dienstag im Monat um 19 Uhr im Café Museum. Interessierte sind laut Roswitha Herfurth herzlich eingeladen dazuzukommen. Die Bürgerinitiative ist weiterhin auf der Suche nach Bürgern, die die Pflanzaktion unterstützen möchten. Paten, die die Pflege eines Pflanzentopfes übernehmen möchten, können sich bei lebendigesweingarten@web.de melden. Da sich das Projekt rein über Spenden finanziert, freuen sich die Frauen auch über finanzielle Unterstützung. Es gäbe auch die Möglichkeit, die Spende namentlich kenntlich zu machen.

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