Wie man Menschen mit Autismus in die Arbeitswelt integrieren kann

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  Zum Auftakt ins zweite Semester des gemeinsamen Projekts begrüßten die Rektoren der beiden Hochschulen Professor Wolfgang Hauk
Zum Auftakt ins zweite Semester des gemeinsamen Projekts begrüßten die Rektoren der beiden Hochschulen Professor Wolfgang Hauke (Hochschule Kempten, vorne Zweiter von rechts) und Professor Thomas Spägele (RWU, vorne, Dritter von rechts). (Foto: Dennis Welge)
Schwäbische Zeitung

Menschen mit Autismus in unsere Arbeitswelt zu integrieren, das ist das gemeinsame Thema eines Treffens an der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) gewesen, an dem neben der Hochschule Kempten auch die Unternehmen Dell und Auticon beteiligt waren.

Hier findet Forschung mit Betroffenen und nicht über Betroffene statt.

Professorin Cornelia Burghardt-Eggert

„Hier findet Forschung mit Betroffenen und nicht über Betroffene statt“, wird Professorin Cornelia Burghardt-Eggert in einer Pressemitteilung der RWU zitiert, die von Seiten der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege an dem Projekt beteiligt ist und die Studierenden durch ethische Reflexion begleitet.

Im neuen Semester werden diese Fragestellungen und Projekte nun vertieft. „Wir überlegen, wie Studierende neue Kommilitonen aus dem autistischen Spektrum in den Hochschulalltag integrieren können. So könnte ein ,Buddy-Programm‘ den speziellen Bedürfnissen begegnen“, sagt laut des Schreibens Professorin Barbara Niersbach, die das Kooperationsprojekt an der RWU leitet.

Darüber hinaus sei es interessant, Kommunikationsstrukturen in Unternehmen anzusehen und diese für Menschen mit Autismus anzupassen, ergänzt Professor Jürgen Graef, der das Projekt aus der Fakultät Elektrotechnik und Informatik unterstützt. Auch die Rektoren der beiden Hochschulen, Professor Wolfgang Hauke (Hochschule Kempten) und Professor Thomas Spägele (RWU), betonten die gesellschaftliche Bedeutung des Projektes.

Herrmann Gerwig von der Firma Auticon in Stuttgart berichtete über die Entstehungsgeschichte des Unternehmens, das hauptsächlich Menschen aus dem autistischem Spektrum für IT-Projekte einstellt. Unternehmensgründer, selbst Vater eines Sohnes mit Autismus, hatte früh erkannt, dass die betroffenen Menschen besondere Bedürfnisse im Arbeitsalltag haben und Rahmenbedingungen benötigen, um lange und zielführend am Arbeitsmarkt bestehen zu können.

Das Projekt wird durch ein didaktisches Konzept begleitet, heißt es weiter in dem Pressebericht. „Die Projektorientierung erhöht die Motivation“, sagt Irena Schreyer vom Didaktikteam der RWU. Gleichzeitig finde durch das forschende Lernen ein hoher Wissenszuwachs statt, und der Theorie-Praxistransfer werde gefördert.

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