Wie eine Blutspende drei Leben retten kann

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Blutspendeaktion
Insgesamt 16 Liegen stehen bei der Blutspende in Weingarten zur Verfügung. (Foto: Franziska Stölzle)
Franziska Stölzle

Eine Blutspende mit rund 500 Millilitern, kann drei Menschen das Leben retten. Bei der vergangenen Blutspendeaktion in Weingarten, zählten die Veranstalter rund 300 Spender. Insgesamt sechs Mal im Jahr kann in Weingarten Blut gespendet werden.

„Wir haben sogar jedes mal 15 Prozent Erstspender“, sagt Michaela Lang, vom Deutschen Roten Kreuz Ortsverein Weingarten. das liege vor allem an den Studenten in Weingarten, sie würden in Gruppen zur Spende kommen und sich gegenseitig motivieren.

Ich fühle mich danach meist erfrischt und leicht.

Blutspenderin Laura Müller

Darunter auch die 21-jährige Studentin Laura Müller, sie ist Spenderin seit ihrem 18 Lebensjahr. „Mein Papa hat mich damals immer mitgenommen und hat mich irgendwann überzeugt“, erklärt sie. Seither spendet die Studentin regelmäßig, das heißt: Vier Mal im Jahr.

Denn Frauen dürfen höchstens bis zu vier Mal im Jahr spenden. Männer hingegen fünf Mal. Mit anschließenden Kreislaufproblemen oder Übelkeit hat sie nicht zu kämpfen. „Ich fühle mich danach meist erfrischt und leicht“, sagt Laura Müller.

Die Spender durchlaufen insgesamt vier Stationen. Los geht es bei der Anmeldung. Dort werden die Spender registriert und bekommen eine Spendernummer. Zudem erhalten sie einen Fragebogen und einen vertraulichen Selbstausschluss, bei dem jeder für sich entscheiden kann, ob das Blut verwendet wird oder nicht.

Je nach Entscheidung klebt der Spender den entsprechenden Strichcode auf seinen Fragebogen. Weiter geht es im Labor, dort wird die Körpertemperatur, der Blutdruck und der Eisenwert getestet.

So läuft die eigentliche Blutspende ab

Alle Werte werden dann im Fragebogen festgehalten. Nach dem Labor, geht es zur ärztlichen Untersuchung, diese entscheidet entgültig darüber, ob der Teilnehmer zur Spende zugelassen wird oder nicht.

Ist alles in Ordnung, kommt die eigentliche Blutspende. Dort liegen die Spender circa zehn bis zwölf Minuten auf der Liege. Eine Krankenschwester legt den Zugang und anschließend ist immer eine Betreuerin neben Liege. Sie lenkt vor allem Erstspender ab und gibt ihnen ein gutes Gefühl.

Eine dieser Betreuerinnen ist Gertrud Haag, schon seit 12 Jahren hilft sie ehrenamtlich bei den Blutspendeaktionen. „Meist halte ich die Spender am Schienbein, bis die Nadel sitzt“, sagt sie. Dadurch haben die meisten weniger Angst und fühlen sich sicher. „Ich rede aber nicht viel, dass stört viele“, erklärt Gertrud Haag.

Wichtig ist: Blutspende ist nicht gleich Blutspende. Denn eine Spende wird nicht einfach so verwendet, aus ihr werden drei Einzelsubstanzen gewonnen. Die roten Blutkörperchen, das Blutplasma und die Blutplättchen. Beispielweise die Blutplättchen werden vor allem bei Krebspatienten eingesetzt, bei denen entweder zu wenig Blutplättchen produziert oder zu viele gebraucht werden.

Elf Krankenschwestern, fünf Ärzte und 30 Ehrenamtliche

Michaela Lang und Alfred Kneer vom Deutschen Roten Kreuz Blutspendedienst Baden-Württemberg organisieren gemeinsam die Blutspendeaktionen in Weingarten.

Insgesamt elf Krankenschwestern, fünf Ärzte und circa 30 Ehrenamtliche sind dafür zuständig, dass jede Aktion ein Erfolg wird. Die Kosten in Höhe von rund 36 000 Euro pro Blutspendeaktion, werden durch den Verkauf der Präparate ausgeglichen.

Der 51-jährige Walter Rist, ist seit 14 Jahren regelmäßiger Spender. „Wenn es geht, komme ich immer zum Blutspenden“, sagt er. Durch einen damaligen Kollegen, kam er zum Spenden und möchte es seither nicht mehr missen.

Er komme jedoch nur nach Weingarten, da er es dort als entspannt und angenehm empfinde. Walter Rist spendet sein Blut nicht nur um eine gute Tat zu vollbringen. „Das Blut wird regelmäßig gecheckt, falls irgendetwas nicht stimmt, weiß ich das sofort“, erklärt er.

Zudem trifft er dort seine Bekannten und Freunde, mit denen er nach der Spende einen Wurstsalat isst und sich unterhält.

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