Welfenfest wird zum Welfengarten

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Schwäbische Zeitung

Die Frage des Welfenfest-Wirtes für 2018 ist geklärt. Harry Buchter und Heinrich Leible werden gemeinsam die Hütten und das Festzelt vom 6. bis 10. Juli auf dem Festplatz in Weingarten betreiben. Damit hat die Welfenfestkommission zwei regional bekannte und erfahrene Unternehmer gewinnen können. Wenn es gut läuft, wird auf dem Festplatz dann auch ein Public Viewing zum möglichen Achtelfinale der Deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland angeboten. Mit dem Wirt des vergangenen Jahres, dem Eventservice Becker aus Stuttgart, hatte man nach einigen Problemen nicht mehr zusammenarbeiten wollen. „Es ist alles komplett in die Hose gegangen. Da wurde nichts eingehalten, was vertraglich geregelt war“, sagt Rolf Steinhauser, 1. Vorsitzender der Welfenfestkommission.

Tatsächlich hatte es einige Schwierigkeiten gegeben. Besonders beim Getränkeausschank entstanden lange Wartezeiten, weil es zu wenige Ausschankstellen gab und einiges Personal ausgefallen war. Auch das Essen ging zu den Stoßzeiten aus. Zudem ärgerten sich einige Besucher über instabile Pavillons, die dem zeitweise schlechten Wetter nur bedingt standhielten. Das sorgte für Unmut unter den Besuchern, was auch eine SZ-Umfrage auf Facebook belegte. Knapp die Hälfte der Teilnehmenden fanden das Konzept gut, die Umsetzung aber mangelhaft. Daher entschieden sich die Verantwortlichen, künftig auf die Dienste von Becker zu verzichten. „Die Bevölkerung hätte das nicht mitgemacht“, sagt Steinhauser, und Horst Wiest, stellvertretender Kommissionsvorsitzender, fügt an: „Wir hatten Zweifel, ob er es packt. Er hat das Fest unterschätzt.“

„Menschen aus der Region“

Das dürfte Harry Buchter und Heinrich Leible nicht passieren. Schließlich kennen sie Stadt, Bürger und das Welfenfest ganz genau. Buchter ist mit seinem Zeltverleih seit vielen Jahren in der Region erfolgreich unterwegs. Leible hatte jahrelang die „Eiszeit“ in der Ravensburger Eissporthalle betrieben und bewirtschaftet aktuell das Freibad Nessenreben. Damit das Ganze aber klar von den jeweiligen Unternehmen getrennt ist, haben die beiden eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) gegründet. So haben auch die Verantwortlichen der Kommission und der Stadt ganz klare Ansprechpartner. „Das sind Menschen aus der Region. Das sind Überzeugungstäter. Der Lokalpatriotismus gibt den Ausschlag“, sagt Marcus Schmid, Geschäftsführer des Weingartener Stadtmarketings.

Nichtsdestotrotz wurde der Vertrag zunächst auf ein Jahr geschlossen, wobei alle Beteiligten bereits das Interesse für eine längere Zusammenarbeit signalisiert haben. Doch das dürfte vor allem von den reibungslosen Abläufen und dem Erfolg des Konzeptes abhängen. Dieses ist zwar wieder an ein Hüttendorf angelehnt. Das Motto soll aber nun nicht allumfassend sein, sondern nur teilweise gestreift werden. Schließlich befinde man sich mitten im Sommer. Da könne man kein Après-Ski-Flair erzeugen. „Es ist kein richtiges Dorf. Das kriegen wir nicht ganz hin“, sagt Harry Buchter. So soll sich das Hütten-Flair vor allem durch eine große Hütte mit 120 Plätzen (plus 30 mit Außenbereich) und einer kleineren Hütte mit 30 Plätzen (plus 20 mit Außenbereich) einstellen.

Hinzu kommen weitere 500 überdachte Plätze im großen Festzelt, das auch Holzelemente aufweisen wird, höchstwahrscheinlich aber an den Seiten geöffnet ist. So könnte ein Pagoden-Charme entstehen. Darüber hinaus wird es, wie schon in den vergangenen Jahren, den großen Biergarten unter den Bäumen an der Seite des Festplatzes geben. „Der Biergarten ist einer der schönsten der Region. Den wollen wir beibehalten“, erklärt Wiest und fügt an: „Die Hütten und der Biergarten ergeben den Welfengarten.“

Und genau unter diesem Motto wollen die Macher die Veranstaltung auf dem Festplatz stellen. Dabei darf auch der musikalische Rahmen nicht fehlen. Für Samstag- und Montagabend wurde die Partyband „Die Grafenberger“ verpflichtet, die regelmäßig auf dem Cannstatter Volksfest auftritt, aber auch schon auf dem Ravensburger Rutenfest gespielt hat. Bei gutem Wetter wird sie auf einer Bühne außerhalb des Zeltes auftreten. Für gute Stimmung könnte auch ein Public Viewing zur Fußball-WM sorgen. Allerdings hängt das von den Ergebnissen der deutschen Mannschaft ab. Wird sie Gruppenzweiter, spielt sie ihr Achtelfinale bereits am Freitagabend. Das würde auf jeden Fall gezeigt werden. Wird die Mannschaft Gruppensieger, was zu erwarten ist, würden sie Samstagmittag spielen. Ob das Spiel auf dem Festplatz gezeigt werden würde, ist noch unklar. „Wenn, dann zeigen wir nur das Deutschland-Spiel auf mehreren Monitoren“, sagt Buchter.

Bier von Leibinger und Farny

So oder so: Bier dürfte reichlich fließen. Und das kommt, wie schon im vergangenen Jahr, von Leibinger und Farny. Doch soll es auch Sekt, Wein, Most und Cocktails geben. Auch essenstechnisch will Leible eine gewisse Vielfalt bieten. Neben dem obligatorischen Grillstand wird er eine richtige Küche einrichten. Welche Speisen dann letztlich angeboten werden, sei noch unklar. Neben Haxen und Hähnchen dürfte es aber in die Richtung Braten, Wurstsalat, Maultaschen gehen. Das wird bei der Fahnenübergabe zum Auftakt am Freitag im Stadtgarten wohl kaum angeboten. Dafür denkt die Festkommission darüber nach, ihr Kassensystem umzustellen. Schließlich war es gerade im vergangenen Jahr aufgrund des steigenden Andrangs zeitweise zu längeren Wartezeiten gekommen. „Wir werden versuchen, es so hinzubekommen, dass es eine runde Sache wird“, versichert Steinhauser.

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