Welfenfest war ein voller Erfolg - fast

Lesedauer: 9 Min

Der Rummel auf dem Festplatz war abends besonders gut besucht.
Der Rummel auf dem Festplatz war abends besonders gut besucht. (Foto: Elke Obser)

Man darf der Weingartener Welfenfestkommission gratulieren. Das Welfenfest 2018, das am Dienstagabend nach fünf Tagen gemütlich ausgeklungen ist, war ein voller Erfolg. Den Verantwortlichen ist es gelungen, an den entscheidenden Stellschrauben zu drehen. Damit haben sie das Fest auf ein nächst höheres Level gehoben. Besonders das Zusammenspiel mit den beiden neuen Festwirten ist geglückt. Und doch gibt es in manch einem Bereich noch Verbesserungsbedarf. Die wichtigsten Veranstaltungen und Aspekte im Check:

Fahnenübergabe

Längst ist der Auftakt zum Welfenfest mit der Fahnenübergabe im Stadtgarten kein Geheimtipp mehr. Das besondere Flair im Stadtgarten erinnert an milde mediterrane Nächte. Da ließen sich die Besucher auch trotz einiger Schauer in den späten Abendstunden nicht die Laune verderben. Zudem lief die Bewirtung durch die Welfenfestkommission in diesem Jahr deutlich reibungsloser als im vergangenen Jahr ab. Die doppelte Anzahl an Kassen reduzierte die Wartezeiten auf ein Minimum.

Tag der Begegnung

An wohl keinem anderen Tag im Jahr zeigt Weingarten wie bunt und vielfältig es ist. Wer einmal beim Tag der Begegnung dabei gewesen ist, der versteht, was gelungene Integration bedeutet. Fröhliche Gesichter allenthalben, ausgelassene Stimmung und ein reges Treiben: Damit reicht der Weingartener Löwenplatz zwar nicht ganz an den „Djemaa el Fna“ in Marakesch heran, doch mit all den Gerüchen, kulinarischen Leckereien und Eindrücken ähnelt der Tag der Begegnung zumindest in teilen einem arabischen Markt.

Heimatabend

„Ich habe in meiner Zeit als Oberbürgermeister noch keinen schöneren Heimatabend erlebt“, sagte OB Markus Ewald über den Samstagabend. Neben den gewohnt hochklassigen Einlagen der Turner und Trampoliner des TV Weingarten oder dem unterhaltsamen Zunftratsballett gab es in diesem Jahr eindrucksvolle Lichteffekte vom „Feuerfuchs“ oder aber fetzige Musik der „Grafenberger“.

Welfenlauf

Dass mit 420 Kindern so viele wie nie am dritten Welfenlauf teilgenommen spricht Bände. Die recht neue Veranstaltung wird gut angenommen und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Gerade die Zahlen bei den Bambinis steigen immer weiter. Schön, dass sich der Welfenlauf so etabliert hat und dass die Kommission damit eine weitere Veranstaltung für Kinder – und das ist ja letztlich der Kern des ehemaligen Kinderfestes – geschaffen hat.

Welfentheater

Etwas unter dem Radar fliegt in jedem Jahr das Welfentheater, da es schon vor Beginn des Festes Premiere feiert. Und auch wenn das „Geheimnis der Gablerorgel“ bereits das zweite Jahr hintereinander aufgeführt wurde, so lockte es doch wieder zahlreiche interessierte Zuschauer zu den fünf Aufführungen. Solch ein Stück immer wieder umzusetzen ist keine Selbstverständlichkeit. Daher gebührt den Verantwortlichen um Jutta Klawuhn, Annika Krüger, Eva Stärk und Gise Koch-Zülke großer Respekt.

Großer Festzug

Der große Festzug durch die Weingartener Innenstadt ist wahrlich ein Zug des Festes. Die strahlenden Gesichter von rund 2500 Kindern sagen mehr als Worte. Für sie ist es ein absolutes Highlight sich jedes Jahr aufs Neue verkleiden zu dürfen. Dabei sind besonders die Vielfalt der und die Qualität der historischen Gewänder beeindruckend. Schneiderin Doris Schuhmacher, Festzugsleiterin Ines Schelling und ihre Teams machen das erst möglich.

Feuerwerk

Etwas kurz dafür umso eindrucksvoller war das diesjährige Feuerwerk am Montagabend. Zu Musik von „Coldplay“ oder „Ofenbach“ schossen teils riesige Raketen in die Höhe und füllten mit allen erdenklichen Glitzerfarben den Weingartener Nachthimmel. Während auf dem vollen Festplatz das ganze Bild von den leuchtenden Fahrgeschäften umrahmt wurde, erfreuten sich sicherlich auch viele Bürger aus den Nachbargemeinden am eindrucksvollen Lichtspektakel über Weingarten.

Festplatz

Bunt, abwechslungsreich und für jeden etwas dabei: Der Rummel auf dem Festplatz bot wieder einmal das, was man von einem Rummel erwartet. Schon am Freitag beim Rundgang mit Oberbürgermeister Markus Ewald und Kommissionschef Rolf Steinhauser erfreuten sich mehr als 100 Jugendliche an den Attraktionen. Und auch an den Folgetagen war der Festplatz gut besucht. Von Langos bis Zuckerwatte oder Achterbahn bis Riesenrad: Die Mischung macht´s.

Festwirte

Mit Harry Buchter und Heinrich Leible hat die Welfenfestkommission einen Volltreffer gelandet. Liebevoll und gemütlich haben sie ein großes Festzelt, mehrere kleinere Hütten sowie die großen Biergarten miteinander verbunden. Die Außenbühne als Bindeglied in alle Richtungen hat funktioniert. Allerdings kam das Servicepersonal zu Stoßzeiten dem großen Andrang nicht mehr hinterher. Im hinteren Teil des Biergartens mussten Gäste teilweise mehr als eine halbe Stunde warten, bis sie überhaupt bestellen konnten. Das ist definitiv zu lange. Sollte sich die Kommission – und davon ist auszugehen – mit Buchter und Leible auf eine weitere Zusammenarbeit einigen, muss hier unbedingt mit mehr Personal nachgebessert werden. Auch eine zusätzliche Ausschankstation würde Sinn machen, um dem großen Andrang Herr zu werden.

Wetter

Auch wenn das Wetter von der Kommission – nach menschlichem Ermessen – nicht beeinflusst werden kann, ist es doch ein maßgeblicher Faktor für ein gelungenes Fest. Mit Ausnahme einiger Schauer am Freitag bei der Fahnenübergabe im Stadtgarten blieb es weitestgehend trocken. Mehr noch. Es wurde richtig warm, teilweise – wie beim Festzug am Montag – richtig heiß. Daher können alle Beteiligten mit Petrus in diesem Jahr zufrieden sein.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen