Weingartens Feuerwehr hilft Fischen

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Jonas Schmitt

Der Sommer ist nicht spurlos an Weingartens Gewässern vorbeigezogen. Durch die Hitze kam es im Kreuzbergweiher und im Schwanenweiher zu Wasserknappheit und Überhitzung. Im vergangenen Monat hat die Feuerwehr Weingarten deshalb die Weiher mehrmals belüftet, um den dort lebenden Tieren zu Hilfe zu kommen.

„Je höher die Wassertemperatur, desto weniger Sauerstoff kann im Wasser gelöst werden und steht somit den Fischen bei der Atmung nicht zur Verfügung“, erklärt Sabine Weisel, Pressesprecherin der Stadt Weingarten. Denn auch Fische „atmen“, indem sie Sauerstoff über ihre Kiemen aufnehmen. Zusätzlich sei der Sauerstoffgehalt im Wasser durch Wasserpflanzen und Algen Schwankungen unterworfen.

Während alle grünen Pflanzen über den Tag Sauerstoff produzieren, verbrauchen sie nachts Sauerstoff und produzieren Kohlendioxid, so Sabine Weisel. Dadurch sei die Sauerstoffsättigung insbesondere in den Morgenstunden sehr gering. Damit werde auch die Sauerstoffversorgung für die Fische zunehmend problematisch. Durch Sauerstoffmangel komme es bei ihnen zur Schnappatmung, weshalb Fische mehr Energie in die Sauerstoffaufnahme stecken müssten als Landlebewesen, so die Pressesprecherin.

Drohe ein Gewässer umzukippen, also sich aufgrund von Sauerstoffmangel zu verändern, schreite die Freiwillige Feuerwehr ein, so Kommandant Horst Romer. Dabei kann ein umgekippter Weiher zum Beispiel zu Fischsterben führen. Anzeichen dafür, dass ein Gewässer vor dem Umkippen steht, seien ein zunehmender Bestand an Algen, träge Fische und wenig Bewegung im Wasser, erklärt Romer. Ist das der Fall, belüfte die Feuerwehr die Gewässer, das heißt, sie versucht, den Sauerstoffgehalt zu erhöhen.

Dabei wird Wasser aus dem betroffenen Weiher gepumpt und wieder hineingespritzt. Durch den Druck, mit dem das Wasser eingespritzt wird, reiße es Luftsauerstoff mit, wodurch der Sauerstoffgehalt im Gewässer steige. Außerdem werde dadurch das Wasser in Bewegung versetzt, wodurch das Risiko des Umkippens zusätzlich reduziert werde, erklärt Horst Romer.

Drei Mal sei die Feuerwehr Anfang August mit bis zu drei Fahrzeugen angerückt, sagt der Kommandant. Allerdings sei es trotz der Hitze nicht so weit gekommen, dass einer der Weiher umgekippt ist, heißt es vonseiten der Stadt. Allerdings sei vor allem der Zustand des Schwanenweihers extrem gewesen.

Wie kritisch der Zustand der Gewässer ist, wird derzeit untersucht. Die Stadt hat bereits im Herbst 2017 ein Büro für Gewässerkunde mit einer umfangreichen Analyse des Kreuzbergweihers beauftragt, so Sabine Weisel. Die Ergebnisse erwarte die Stadt im ersten Halbjahr 2019. Eine Untersuchung des Schwanenweihers sei für 2019 geplant.

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