Weingarten gegen Kehlen – oder: Duell der „angestochenen Stiere“

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 Der SV Weingarten (li. Patrick Onuoha gegen Friedrichshafens Marian Pfluger) will gegen den SV Kehlen die ersten Punkte des Jah
Der SV Weingarten (li. Patrick Onuoha gegen Friedrichshafens Marian Pfluger) will gegen den SV Kehlen die ersten Punkte des Jahres holen. (Foto: Rolf Schultes)
Christian Metz

Der SV Weingarten hat am Samstag um 15 Uhr den SV Kehlen zu Gast. Nach dem 0:9-Debakel der Kehlener beim VfB Friedrichshafen erwartet Weingartens Trainer Thomas Lupfer ein hart umkämpftes Landesligaspiel.

Schon die Vorbereitung war beim SV Kehlen mit sechs Niederlagen in sieben Partien nicht verheißungsvoll. Und jetzt das Debakel im Derby beim Lokalrivalen VfB Friedrichshafen. 0:9 – so hoch hat der SVK in seiner Landesliga-Historie noch nicht verloren. Mit einem Spiel sind die Kehlener in der Defensivstatistik ganz nach hinten gerutscht: Mehr als 46 Gegentore mussten bisher nur der SV Weingarten als Tabellenvorletzter und Schlusslicht TSV Trillfingen hinnehmen.

Hier will Kehlens Trainer Bernd Reich ansetzen: „Wir müssen defensiv sicherer stehen.“ Reich hat seinem Team per Videoanalyse die Fehler in Friedrichshafen noch einmal gezeigt: „Wir hatten in den ersten 30 Minuten durchaus viel Ballbesitz“, sagt der Trainer. „Aber durch zu viele Fehlpässe haben wir die Stärken des VfB über dessen Außenpositionen ins Spiel gebracht.“ Unterm Strich hat Reich beim SVK die Devise ausgegeben: „Gegen Friedrichshafen musst du nicht punkten. Wir müssen unsere Punkte gegen andere Teams holen, mit denen wir auf Augenhöhe sind – wie etwa der SV Weingarten.“

Kleines Kuriosum: Im direkten „VfB-Vergleich“ hat der SV Weingarten gegenüber seinem Gegner vom Samstag die Nase vorn. Eine Woche vor dem Untergang des SVK haben die Weingartener gegen den aktuell wie entfesselt aufspielenden Landesliga-Tabellenführer auf dem eigenen Kunstrasen im Lindenhofstadion „nur“ 1:5 verloren – und waren sogar in Führung gegangen.

Ein 1:5 bleibt aber ein 1:5 – immerhin hat sich die Lage für den Tabellenvorletzten nach dem vergangenen, spielfreien Wochenende jedoch nicht weiter verschlechtert: Die zwölf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer blieben bestehen. Dort, auf Rang elf, steht – der SV Kehlen. Die Kehlener haben mehr als doppelt so viele Punkte gesammelt als der SVW und sie haben auch mehr als doppelt so viele Tore geschossen – deshalb bleiben sie trotz der jüngsten Misere favorisiert.

„Da werden zwei angestochene Stiere aufeinandertreffen“, meint Thomas Lupfer. Weingartens Trainer ist im Ausland und wird am Samstag an der Linie von seinen Co-Trainern Markus Giuliani und Christian Müller vertreten. Im Training lag der Fokus in den vergangenen zwei Wochen weiter auf Teambuilding – und in der Vorbereitung auf die Partie gegen Kehlen auf der Aggressivität in den Zweikämpfen: „Wir arbeiten an den Basistugenden“, meint Lupfer und lässt keinen Zweifel daran, wo er den Schlüssel zu einem Erfolg gegen Kehlen sieht: „Entscheidend wird sein, wer mehr Zweikämpfe gewinnt.“

Bei zwei seiner drei Schlüsselspieler, die im ersten Spiel nach der Winterpause noch gefehlt haben, ist Lupfer vorsichtig optimistisch, dass sie zumindest im Kader stehen: Torjäger Martin Bleile war nach seiner Verletzung in der laufenden Woche wieder im Training. Und Verteidiger Florin Muresan ist nach seiner Sperre wieder frei, war aber zuletzt „so richtig“ (Lupfer) krank. Der Auftrag des Trainers aus der Ferne an sein Team: „Wir werden die Punkte sicher nicht kampflos herschenken.“

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