Weingarten fehlen die Automatismen völlig

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 Martin Bleile (Weingarten Mitte) gegen Andreas Hehle (links) und Kerim Saritekin.
Martin Bleile (Weingarten Mitte) gegen Andreas Hehle (links) und Kerim Saritekin. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Der FV Rot-Weiß Weiler hat in der Fußball-Landesliga beim SV Weingarten einen verdienten 2:1-Sieg eingefahren. Die Weingartener konnten sich kaum echte Torchancen erarbeiten.

Beim SVW stand Slavisa Dakovic erstmals nach langer Pause wieder in der Startelf. Sein Gefühl im linken Fuß hat der Kroate nicht verloren, mit der Fitness hapert es aber noch gewaltig – daher reichte es nur zu einer Hälfte. In diesem ersten Durchgang war ein Freistoß von Dakovic die einzige Szene, in der der Aufsteiger so etwas wie Torgefahr ausstrahlte. Auf der anderen Seite bekleckerten sich auch die Allgäuer nicht mit Ruhm, aber in der 18. Minute hatte Mathias Stadelmann die erste Torchance, als Raimond Hehle ablegte. Und eine Minute später war Daniel Schramm zentral zur Stelle, als Weingarten links hinten schwach verteidigte und dann auch im Zentrum den Abschluss nicht zu verhindern wusste.

Auch nach dem 1:0 hatte nur Weiler Chancen – Raimond Hehle (23.) und Dennis Schwarz (30.) scheiterten jedoch nach Einzelleistungen. Zum Ende des ersten Durchgangs wurde es hitzig, Schiedsrichter Marcio Komander zückte gleich fünfmal gelb.

In der Viertelstunde nach der Halbzeitpause hatte Weingarten seine beste Phase: Dumitru Sorin Muntean und Patrick Onuoha hatten tatsächlich den Hauch einer Tormöglichkeit – für Muntean war der Winkel in der 57. aber zu spitz und Onuoha wurde eine Minute später geblockt. Eine harte zweite Gelbe Karte für Weilers Raimond Hehle wegen einer vermeintlichen Schwalbe brachte noch einmal Bewegung in die Partie, aber nach der ebenfalls harten zweiten Gelben für Weingartens Mihaita-Florin Muresan war schnell wieder Gleichzahl hergestellt. Und in der 78. Minute schaltete Weiler nach einem fatalen Abspielfehler von Weingartens Innenverteidiger Dominik Delimar schnell und effizient um, Pirmin Fink überwand SVW-Torhüter Benjamin Czogalla.

Es war bezeichnend, dass es ein Außenverteidiger war, der bei Weingarten kurz vor Schluss noch einmal zarte Hoffnung aufkommen ließ: In der Nachspielzeit war Felix Böning durchgelaufen und beförderte eine Flanke von der rechten Seite per Kopf ins Tor. Mehr ging aber nicht mehr. Am Ende standen die Weingartener also wieder mit leeren Händen da. „Im Spiel nach vorne treffen wir zu oft die falschen Entscheidungen und wir rücken immer noch nicht richtig nach“, meinte Trainer Nectad Fetic. „Die Automatismen fehlen noch völlig.“

Der FV Rot-Weiß Weiler brauchte keine fußballerische Offenbarung, um die drei Punkte in Weingarten einzufahren – es reichte eine durchschnittliche Leistung. „Wir haben verdient gewonnen“, war Trainer Jürgen Kopfsguter trotzdem nicht unzufrieden – allerdings: „Wir hätten die Partie früher entscheiden müssen.“

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