Volkswagen Käfer für die TWS zum Elektroauto

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 Der neue E-Käfer wurde von den RWU-Studenten Patrick Hantsche und Jacob Schicketanz zusammen mit Elias Glatzel, Auszubildender
Der neue E-Käfer wurde von den RWU-Studenten Patrick Hantsche und Jacob Schicketanz zusammen mit Elias Glatzel, Auszubildender bei den TWS, zum Elektroauto umgerüstet und nun vorgestellt. (Foto: Dennis Welge)
Schwäbische Zeitung

Wie bewegen wir uns in Zukunft fort? Diese Frage hat am Freitag 150 Gäste zum „Tag der Elektromobilität und Nachhaltigkeit“ an die Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) gelockt, wo das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wurde. Zudem wurde eine Ikone des deutschen Maschinenbaus mit „neuem Herzen“ präsentiert: ein VW-Käfer war an der RWU in Kooperation mit den Technischen Werken Schussental zum Elektrofahrzeug umgerüstet worden.

Als erster Redner schilderte Jörg Wind von der Daimler AG die Vor- und Nachteile von Batterie- und Brennstoffzellenantrieben. Bei der Brennstoffzelle, die die gespeicherte chemische Energie in Form von Wasserstoff in elektrische Energie umwandelt, liege der Vorteil vor allem in der großen Reichweite. Ein Problem hierbei sei jedoch das noch schwach ausgebaute Tankstellennetz. Hingegen sei die Batterie, bezogen auf den Wirkungsgrad des Gesamtantriebes, unschlagbar und „bietet beispielsweise für Menschen mit einer Solaranlage auf dem Dach viele Vorteile“, erklärte Wind.

Raphael Himmelsbach und Jochen Abhau von der ZF AG berichteten über die Elektromobilität aus Sicht der Industrietechnik sowie den jüngsten Stand autonom fahrender Fahrzeuge. Dass die Anwendungsgebiete in der Industrietechnik ein weites Feld sind, verdeutlichte Himmelsbach, indem sein Vortrag in wenigen Minuten von der riesigen Windkraftanlage über hybride Radlader bis zum Elektromotor im Betonmischer reichte, der es erlaube, den Verbrennungsmotor des Fahrzeugs abzuschalten, wenn der Mischer im Stand auf einer Baustelle betrieben wird.

Neben den Beiträgen der großen Firmen stand der Vortrag von Markus Bergmann für eine junge Gründerszene, die in einer solchen Phase des Umbruchs mit unkonventionellen Ideen erfolgreich ist. Seine Firma Carla Cargo baut elektrisch angetriebene und intelligente Lastenfahrradanhänger. Dass sie damit einen Nerv getroffen haben, zeigt laut Mitteilung allein die Bestellung von Amazon, die für ihren Lieferservice in New York eine dreistellige Anzahl von Anhängern bestellt haben. „Im Verkehrschaos sind sie mit den Rädern schneller“, sagt Markus Bergmann, „außerdem kommt das Bewusstsein für Emissionsreduzierung auch bei den Kunden gut an.“

Professor Wolfgang Ertel richtete den Blick auf das Potenzial elektrisch betriebener und autonom fahrender Taxis. Es bräuchte keine Garagen und keine Parkplätze mehr, so Ertel, es würden deutlich weniger Autos gebraucht, und die Anforderungen würden von der Nutzung her bestimmt und nicht mehr von der Tauglichkeit als Statussymbol. „Autos werden Fahrzeuge sein und keine Stehzeuge mehr“, so der Leiter des Instituts für Künstliche Intelligenz. „Vertrauen Sie uns Informatikern. Der Provider wird nach wenigen Wochen wissen, wie viele Menschen wann von wo nach wo fahren wollen.“

Im und vor dem Gebäude präsentierten sich studentische Initiativen, die im weiteren Sinne an Themen der Mobilität arbeiten. Eines dieser Projekte hatte seinen großen Auftritt: Die beiden RWU-Studenten Patrick Hantsche und Jacob Schicketanz enthüllten zusammen mit Elias Glatzel, Auszubildender bei den Technischen Werken Schussental, den VW Käfer, den sie in den zurückliegenden Monaten zum Elektroauto umgerüstet hatten. Unterstützt von den Technischen Werken Schussental (TWS), der Autolackiererei Yardimci und Martin Irmler vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Weingarten, haben die drei eine „Ikone des deutschen Maschinenbaus flottgemacht für das 21. Jahrhundert“, so Professor Robert Bjekovic. Der rot-weiße Käfer werde zukünftig als Bestandteil der TWS-Flotte auf den Straßen der Region zu sehen sein.

Als ein Fazit des ersten Tags der Elektromobilität an der RWU sieht Organisator Professor Benedikt Reick, „dass in den anstehenden technologischen Veränderungen im Bereich der gesamten Mobilität durchaus viele Chancen und Entwicklungspotenziale stecken“. Die heute bereits weitverbreiteten Pedelecs seien hierfür ein gutes Beispiel. „Sie verbinden die Elektromobilität mit dem Thema der Nachhaltigkeit, bieten Fahrspaß und schaffen damit letztendlich neue Jobs – auch in Baden-Württemberg.“

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