VHS greift Gedenktage auf

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 Barbara Brodt-Geiger, Leiterin der Volkshochschule (VHS) Weingarten.
Barbara Brodt-Geiger, Leiterin der Volkshochschule (VHS) Weingarten. (Foto: Margret Welsch)

Aktualität, die Wiederspiegelung des Zeitgeschehens ist Barbara Brodt-Geiger, der Leiterin der Volkshochschule (VHS) Weingarten, bei der Programmgestaltung wichtig. So greift der neu VHS-Semesterplan für Frühjahr/Sommer die Europawahl auf, aber auch Gedenktage wie 70 Jahre Bundesrepublik Deutschland. Im Übrigen ist das Angebot der Bildungseinrichtung, die auf Kooperation mit anderen Institutionen setzt, in allen neun Bereichen gewachsen von der politischen Bildung über Exkursionen und Sprachen bis zur Beruflichen Weiterbildung. Die zurückgehende Nachfrage bei Integrationskursen wird mit beruflicher Weiterqualifizierung in diesem Bereich aufgefangen.

Barbara Brodt-Geiger strahlt. „Ein Spitzenjahr liegt hinter uns. Wir sind in allen Bereichen gewachsen.“ Man habe sich von Ladenhütern getrennt, und mit spannenden Themen und neuen Kurs-Formaten punkten können. Mit 402 Veranstaltungen und 58 neuen Themen will man im neuen Semester dieses Niveau halten und setzt dabei wieder verstärkt auf Kooperation mit anderen Bildungspartnern wie Hochschulen, Integrationswerkstätten, Museen oder Bücherei. „Wir wollen kommunal gut verankert sein,“ sagt Brodt-Geiger. So hole man sich zudem Expertise ins Boot und verfüge über eine größere Reichweite.

Ein Bücherberg auf Tablet-Computer dazu ein warmes Rot zieren das Cover des neuen VHS-Programmhefts. Es vermittelt eine moderne VHS, das Lernen mit alten und neuen Medien. Wie schon die letzten Male wird Europa verstärkt in den Blick genommen. Ob Erlebnis-Sprachkurs mit Dozentin aus der Partnerstadt Bron, Kunstfahrten ins Ausland oder Weinabend. Anlässlich der Europawahl Ende Mai stellt Wolfram Frommlet am 21. Mai mit Lyrik und politischen Texten „Visionen für ein anderes Europa“ vor. Aber auch 80 Jahre Beginn zweiter Weltkrieg, 100 Jahre Frauenwahlrecht und 70 Jahre BRD finden im Programm ihren Niederschlag. Sei es mit dem Vortrag des Historikers Wolf-Ulrich Strittmatter, „Die Normalität des Brutalen“ – Der Zweite Weltkrieg von unten, oder mit dem Satirebeitrag des Zeitzeugen Mike Jörg zu 70 Jahren Grundgesetz.

Die Inklusionskurse mit den Integrationswerkstätten Oberschwaben IWO, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam kreativ tätig sind, werden auf Kinder und Jugendliche ausgedehnt.

Das Euregio-Thema der Volkshochschulen rund um den Bodensee heißt in diesem Semester: „Wohnen – von den Pfahlbauten bis zum Mehrgenerationenhaus“. Weingarten bietet dazu eine Radtour durch die Stadt, um Wohnformen im Wandel der Zeit zu entdecken. Die stark nachgefragten Fahrten und Betriebsbesichtigungen führen unter anderem zu einem Ballettabend nach Stuttgart und in den Landtag. Aber auch bei Einrichtungen vor Ort, wie dem Freibad Nessenreben, besteht die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken.

Im großen Bereich Gesundheit stechen Trendsportarten wie Capoeira heraus, oder auch eine Erkundungstour in der Falkensteinhöhle.

Durch zurückgehende Zahlen von Geflüchteten, sinkt die Nachfrage nach Integrationskursen. Was aber durch Weiterqualifizierung mit Deutsch für den Beruf, sogenannten DeuFöV-Kursen, aufgefangen wird. Wieder ist im Frühjahr/Sommer eine kostenlose Fortbildungsreihe für Bürgerschaftlich Engagierte in Weingarten aufgelegt. Und die berufliche Weiterbildung wartet mit vielen Angeboten auf, auch beschrieben in einem eigenen Programmheft. Neu im Angebot ist im Übrigen in Kooperation mit einer anderen VHS die Ausbildung zur Kinderpflegerin.

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