Thomas Lurz: „Die wirkliche Arbeit beginnt, wenn man oben ist“

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 Thomas Lurz, erfolgreicher deutscher Schwimmer, zeigte beim gemeinsamen Jahresabschluss von IHK und BME auf, dass sportliche un
Thomas Lurz, erfolgreicher deutscher Schwimmer, zeigte beim gemeinsamen Jahresabschluss von IHK und BME auf, dass sportliche und wirtschaftliche Erfolge viele gemeinsam haben. (Foto: Manuela Hund-Lihs/IHK)
Schwäbische Zeitung

Disziplin, der Wille zum Erfolg und die Kenntnis über individuelle Stärken gehören für Thomas Lurz, den mit zwölf gewonnenen Weltmeistertiteln erfolgreichsten deutschen Schwimmer, zu den Grundvoraussetzungen, um ganz nach oben zu kommen. Und oben zu bleiben. Wie sich seine Erfahrungen im Leistungssport auch auf das Berufsleben übertragen lassen, zeigte er beim gemeinsamen Jahresabschluss der Kooperation von Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) und regionaler Gliederung des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) in Weingarten mit einem impulsiven Vortrag.

Der gemeinsame Jahresabschluss von IHK und BME hat eine lange Tradition. Seit mehr als 45 Jahren gibt es auch über das Jahr verteilt gemeinsame Veranstaltungen. Die Termine und Begegnungen, darunter Vorträge oder Betriebsbesichtigungen, dienten dem Informationsaustausch sowie dem Aufbau und der Entwicklung gemeinsamer Netzwerke, sagte Volkher Lins, Vorstandsmitglied des regionalen BME-Arbeitskreises. Auch 2020 werde es wieder gemeinsame Termine geben, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Bereits am 14. Januar gehe es los mit dem Thema „Erfolg beginnt im Kopf“ und dem Gedächtnistrainer Roland Geisselhart, kündigte Jürgen Schatz, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Weiter-bildung, an. Er hoffe, dass die Teilnehmer aus den Veranstaltungen einiges für sich persönlich daraus mitnehmen könnten.

Beim Jahresabschluss mit Thomas Lurz, der zu dem Thema „Oben bleiben – der Erfolgsfalle entgehen“ sprach, sei dies der Fall gewesen. Motivierend und authentisch hat er laut Mitteilung den Zuhörern vor Augen geführt, was man im Management von einem Extremsportler lernen kann. Lurz ist mehrfacher Gesamtweltcup-Sieger, fünfmaliger Europameister und 27-maliger Deutscher Meister. Die wirkliche Arbeit beginne dann, wenn man oben sei, gab er zu bedenken. Es sei keineswegs einfach, diese Position aufrechtzuerhalten und dauerhaft erfolgreich zu sein. „Einmal mehr trainieren als die anderen – dann steigt die Wahrscheinlichkeit, besser zu sein als die anderen“, sagte Lurz und bereicherte seine Aussagen mit Anekdoten aus seinem Sportlerleben. „Fokussieren Sie Ihre Ziele und lassen Sie diese nicht mehr aus den Augen“, appellierte er an seine Zuhörer. Als erfolgreichster Freischwimmer der Welt (Open water) wisse er genau, worauf es ankomme. Erfolg sei kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Selbstmotivation, Disziplin, Erfolgswillen und dem Einsatz individueller Stärken. Seine Erfahrungen im Sport und in seiner heutigen Tätigkeit als erfolgreicher Manager bei S.Oliver bestätigten, dass dies im Extremsport genauso gelte wie im beruflichen Bereich, betonte er.

Ohne seinen Trainer wären seine Erfolge nicht möglich gewesen, ist Lurz überzeugt. Ein Coach müsse Vorbild sein und über Authentizität, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Konsequenz verfügen. Er müsse Orientierung geben, Ziele vereinbaren sowie Eigeninitiative und eine gute Kommunikation fördern. Eine wichtige Rolle spiele zudem das faire Miteinander – basierend auf einer individualisierten Betrachtung, einer inspirierenden Motivation und einer intellektuellen Stimulation. „Dies alles lässt sich auf Führungskräfte im Management übertragen“, so Lurz. Und noch einen Tipp hatte er für die Wirtschaftsvertreter: „Erlauben Sie sich und Ihren Mitarbeitern auch Fehler. Aus Niederlagen lernt man.“

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