Studenten unterstützen Kinder beim Deutschlernen

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Gemeinsames Singen und Tanzen: Studierende der Hochschule Ravensburg-Weingarten bringen den Kindern der Internationalen Vorbere
Gemeinsames Singen und Tanzen: Studierende der Hochschule Ravensburg-Weingarten bringen den Kindern der Internationalen Vorbereitungsklasse an der Grundschule am Martinsberg in Weingarten die Tierwelt näher. (Foto: Franziska Mayer)
Schwäbische Zeitung

„Wenn ich mal ein Tier gern wäre, möchte ich ein Hund sein. Wuff wuff wuff.“ Lautstark singen 21 Kinder auf dem Hof der Schule am Martinsberg in Weingarten ein Lied, das Studierende der Hochschule Ravensburg-Weingarten (HRW) mit ihnen einstudiert haben. Die Kinder kommen aus zwölf verschiedenen Nationen und lernen in der Internationalen Vorbereitungsklasse Deutsch; seit drei Semestern werden sie dabei von Studenten der HRW unterstützt. Das teilt die Hochschule in einer Pressemitteilung mit.

„Es ist eine Win-win-Situation: Unsere Studierende können ihr theoretisches Wissen direkt in der Praxis anwenden und die Kinder erhalten noch mehr Unterstützung, die sie so dringend brauchen“, erklärt Dr. Cornelia Burkhardt-Eggert, Professorin an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege. Zum dritten Mal bietet sie das Seminar an, in das sich auch die Schulsozialarbeiterin Jenny Reinert sowie die Lehrer der Vorbereitungsklassen, Birgit Mehl und Birgit Rodi, einbrachten.

Theoretisch sowie praktisch dreht sich alles um die Unterstützung von Flüchtlingskindern in der Grundschule durch Soziale Arbeit. Jeden Donnerstagvormittag treffen sich die in diesem Semester beteiligten sieben Studenten mit ihrer Dozentin, meist direkt in der Schule am Martinsberg. Nach einer Theorieeinheit geht es dann in die Vorbereitungsklasse. An diesem Morgen steht ein Lied über Tiere auf dem Programm – das Ergebnis eines größeren Projekts, das die Studierenden als Prüfungsleistung innerhalb des Seminars erarbeitet haben. Hier ein „Miau“, dort ein „Quak Quak“ – die Kinder haben sichtlich Freude am gemeinsamen Tanzen und Singen. Spielerisch erlernen sie dabei die deutsche Sprache.

Jedem Kind gerecht zu werden, ist herausfordernd

Viele von den Sechs- bis Zehnjährigen haben mit Armut, Traumatisierungen, Heimweh und auch der deutschen Sprache zu kämpfen, weiß Rektorin Bernadette Behr, so der Pressebericht. „Damit sich ein Kind für das Lernen überhaupt öffnen kann, muss es sich wohlfühlen.“ Im Fall der Kinder mit Migrationshintergrund sei die soziale Arbeit daher zunächst wichtiger als die pädagogische Arbeit. Lernen finde über die verbale und nonverbale Kommunikation statt und darauf werden die Kinder in der Internationalen Vorbereitungsklasse entsprechend vorbereitet, ergänzt Behr. „Besonders herausfordernd ist es, den Kindern mit verschiedenen kulturellen Hintergründen gerecht zu werden und keiner über- oder unterfordert wird“, beschreibt Studentin Susanne Gronemeier ihre Erfahrungen im Seminar.

An der Zusammenarbeit schätzt Professorin Burkhardt-Eggert das Engagement und die offene Art: „Mit der Grundschule am Martinsberg haben wir einen tollen Kooperationspartner für das Seminar.“ Und auch für die Schule sei das gemeinsame Projekt ein Zugewinn. „Wir ermöglichen gerne künftigen Sozialarbeitern diesen Raum, um für das spätere Berufsleben Erfahrungen zu sammeln“, sagt die Rektorin.

Dass das Seminar aus fachlicher sowie persönlicher Sicht eine wertvolle Erfahrung und die ideale Lernform ist, darüber sind sich die beteiligten Studierenden der HRW einig. „Die Theorie des Studiums wird plötzlich greifbar und man bekommt unmittelbar etwas zurück von den Kindern“, sagt Jochen Bühler, HRW-Student im siebten Semester. „Durch das sehr praktische Seminar haben wir einen Einblick bekommen, was Pädagogen wirklich leisten. Man unterschätzt das oft“.

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