Roboter Marvin hilft im Haushalt

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Benjamin Stähle wird die Tests mit Marvin begleiten.
Benjamin Stähle wird die Tests mit Marvin begleiten. (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Er ist smart, soll Unterstützung bieten und heißt Marvin: der Assistenzroboter des Instituts für Künstliche Intelligenz der Hochschule Ravensburg-Weingarten. In aufwendiger Forschungsarbeit ist er entwickelt worden, jetzt sucht das Team um Marvin Personen, die ihn im Januar und Februar 2016 auf Herz und Nieren testen.

Gesucht werden Rollstuhlfahrer jeden Alters. Denn Marvin ist ein Assistenzroboter für Menschen mit körperlichen Behinderungen. Marvin soll ihnen bei alltäglichen Dingen im Haushalt helfen und Hol- und Bringdienste erledigen. Das bedeutet, dass er beispielsweise die Kaffeedose aus den oberen Küchenschränken holen kann, an die Menschen im Rollstuhl ohne Hilfe nicht herankommen würden.

Gegenstände, die auf den Boden gefallen sind oder in einem anderen Raum liegen, kann Marvin auf Kommando bringen. Aber auch auf einfache Fragen, wie die nach der Uhrzeit, dem Wetter oder anstehenden Terminen, weiß Marvin eine Antwort. „Uns ist ganz wichtig zu sagen, dass der Roboter getestet werden soll und nicht die Probanden“, erklärt Benjamin Stähle, akademischer Mitarbeiter im Institut für Künstliche Intelligenz (IKI).

Um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen, ist es den Forschern wichtig, dass Personen jeden Alters Marvin ausprobieren. Dabei soll sich auch zeigen, wie gut die Sprachschnittstelle mittlerweile funktioniert, über die man dem Roboter Anweisungen geben kann. „Marvin muss auch mit Dialekt klarkommen, also auch mit dem Schwäbischen“, sagt Benjamin Reiner, der als akademischer Mitarbeiter an Marvin arbeitet.

Die Testpersonen erwartet ein 30-minütiges Experiment, danach werden sie befragt, wie sie mit dem Roboter zurechtgekommen sind. Insgesamt sind ungefähr zwei Stunden einzuplanen. „Wir wollen herausfinden, über welches Medium die Testpersonen am liebsten mit Marvin kommunizieren wollen: über Sprachbefehle, über ein Tablet oder über einen Joystick“, sagt Wolfgang Ertel, der das AsRoBe-Projekt leitet. „AsRoBe“ steht für „Assistenzroboter für Menschen mit körperlicher Behinderung“.

„Unser Ziel ist nicht, den besten Roboter der Welt zu bauen, sondern zu untersuchen, wie Menschen mit verschiedenen körperlichen Einschränkungen am besten mit dem Roboter kommunizieren können“, erklärt Ertel. Deshalb wird das Forschungsprojekt von der Arbeitsgemeinschaft um Maik Winter, der an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege lehrt, sozialwissenschaftlich begleitet. Finanziert wird das Projekt von der Baden-Württemberg Stiftung.

Alle Informationen zur Anmeldung und zum Projekt finden Interessenten auf asrobe.hs-weingarten.de. Eine direkte Anmeldung ist auch bei Benjamin Reiner unter der Telefonnummer 0751/5019835 möglich.

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