Ritterschlag: Ex-OB Gerber wird ein Chevalier

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Ein Freund Frankreichs: Weingartens Ex-OB Gerd Gerber (rechts), hier mit Mitgliedern der deutsch-französischen Brigade.
Ein Freund Frankreichs: Weingartens Ex-OB Gerd Gerber (rechts), hier mit Mitgliedern der deutsch-französischen Brigade. (Foto: Dorina Neuburger)
Schwäbische Zeitung
Daniela Transiskus

Gerd Gerber darf sich als Oberbürgermeister a.D. bezeichnen – und demnächst auch als „Chevalier dans l’Ordre National du Mérite“. Auf gut Deutsch: Der 2008 aus dem Amt geschiedene Oberbürgermeister Weingartens wird demnächst zum französischen Ritter ernannt. Gerber wird damit für seine Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft ausgezeichnet. Der Orden, den er erhält, ist etwa mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland vergleichbar, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Weingarten.

Der 66-Jährige freut sich sehr über die Auszeichnung. „Ich habe es Ende 2010 erfahren. Da bekam ich ein Schreiben des französischen Botschafters, in dem er mir gratulierte“, erzählt Gerd Gerber der SZ. Grund für die Ehrung ist die maßgebliche Rolle, die er bei der Gründung des Vereins „Deutsch-Französischer Freundeskreis Garnison Weingarten“ spielte. „Von den 50er Jahren bis 1976 war in Weingarten das fünfte Husarenregiment stationiert“, sagt Gerber. Die Truppe habe einen starken Bezug zur Stadt gehabt und sei voll ins gesellschaftliche Leben integriert gewesen. Auch als die einstigen Besatzer abgezogen waren, riss der Kontakt nicht ab. „Sie kehrten immer wieder zum Ort ihrer ehemaligen Garnison zurück, und umgekehrt gab es Gegenbesuche“, berichtet Gerber. Zunächst hielt vor allem der Traditionsverein Argonnenkaserne die Kontakte zu den französischen Freunden aufrecht. Um diese Beziehungen weiter zu pflegen, wurde der „Deutsch-Französische Freundeskreis Garnison Weingarten gegründet“.

Die außergewöhnlichen Freundschaftsbeweise blieben auch in Frankreich nicht unbemerkt, und, voilà, wurde Gerber für den Orden vorgeschlagen. Am 4. Juni, dem Samstag nach dem Blutfreitag, wird Gerd Gerber die Auszeichnung bei einer Feier auf dem Löwenplatz in Empfang nehmen. Dann wird General Jean Louis Brette, ehemaliger Befehlshaber der französischen Streitkräfte in Deutschland, ihm den Orden verleihen.

Auch Jean Pierre Wittorski, französischer Präsident des Deutsch-Französischen Freundeskreis, bekommt den Nationalverdienstorden. Und noch ein weiteres Mitglied des Freundeskreises wird ausgezeichnet: Jacques Mirlier erhält den Orden „Chevalier de la Legion d’Honneur“.

Generell kann sich Gerd Gerber hoch geehrt fühlen, denn die Auszeichnung, die Charles de Gaulle 1963 stiftete, wird nur in Ausnahmefällen an Ausländer vergeben. Großmeister des Ordens ist der jeweilige Staatspräsident. Der Orden besteht aus fünf Klassen: Grand-Croix, Grand Officier, Commandeur, Officier und – der niedrigsten Klasse – Chevalier.

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