Rauchmelder-Einsätze der Feuerwehr verdreifacht

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Seit 2015 gilt in Baden-Württemberg die Rauchmelder-Pflicht.
Seit 2015 gilt in Baden-Württemberg die Rauchmelder-Pflicht. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Seit Beginn des Jahres 2015 gibt es in Baden-Württemberg eine Rauchmelderpflicht. Was der Sicherheit der Bürger dient, bedeutet gleichzeitig auch deutlich mehr Arbeit für die Feuerwehr. So auch in Weingarten. Seit der Einführung der Rauchmelderpflicht hat sich die Zahl der Einsätze, die durch einen Rauchmelder ausgelöst wurden, verdreifacht. Und auch die Zahl der Fehlalarme steigt immer weiter an. Dennoch sagt Weingartens Feuerwehrkommandant Horst Romer: „Das ist eine sinnvolle Geschichte, die schon sicher viele Brände verhindert und Leben gerettet hat.“

So beispielsweise bei einem Einsatz Ende August. Damals konnte die Feuerwehr einen Mann aus seiner Wohnung retten, der eingeschlafen war, während seine Pizza im Ofen verbrannte und so starken Rauch produzierte, dass die Situation lebensgefährlich wurde. Rauchmelder und aufmerksame Nachbarn hatten den Einsatz ausgelöst. Dabei ist diese Brandursache besonders häufig. Verbranntes Essen auf dem Herd, durch das sich sehr schnell Rauch bildet, löst die meisten Rauchmeldereinsätze der Feuerwehr Weingarten aus.

Im Jahr 2016 waren es bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits elf Einsätze. Im Vorjahr waren es acht, in 2014 gar nur vier. Üblicherweise rückt die Feuerwehr Weingarten bei solchen Rauchmelderalarmen mit 15 Einsatzkräften und vier Fahrzeugen aus: Löschfahrzeug, Drehleiter, Kommandowagen und Vorausrüstwagen machen sich auf den Weg. Sollte sich der Einsatz als Großbrand herausstellen, können weitere Fahrzeuge und zusätzliche Einsatzkräfte hinzugezogen werden.

Mit den zunehmenden Rauchmelderalarmen steigt auch die Zahl der Fehlalarme. Gab es 2014 überhaupt keine Fehlalarme wegen Rauchmeldern, waren es 2015 drei. Im laufenden Jahr lösten die Rauchmelder bis zum jetzigen Zeitpunkt schon viermal aus – Tendenz steigend. Natürlich sei es nicht immer angenehm, nachts ausrücken zu müssen. „Das ist der Preis für die Sicherheit“, sagt Romer. „Das muss man schlichtweg in Kauf nehmen.“

Wasserdampf löst ebenfalls aus

Dabei gibt es verschiedene Ursachen für die Fehlalarme. Einige Bürger würden recht früh reagieren, da sie den Umgang mit Rauchmeldern noch nicht gewohnt sind. So gehen immer wieder Rauchmelder wegen Wasserdampf los. Das liegt meist daran, dass die Geräte zu nah an der Küche oder dem Bad angebracht sind. Teilweise ist aber auch nur die Batterie leer, weswegen die Rauchmelder piepen. Andere rufen die Feuerwehr, wenn ein Alarm in einer anderen Wohnung losgeht und die Nachbarn nicht öffnen. Doch in diesem Zusammenhang betont Romer, dass man lieber einmal mehr als zu wenig die 112 wählen sollte – auch wenn das natürlich mehr Arbeit für die Feuerwehr bedeutet.

Und diese dürfte in den kommenden Jahren noch mehr werden. Schließlich seien die meisten Rauchmelder nur auf zehn Jahre angelegt, so Romer. Er geht davon aus, dass die Fotozellen durch Alter und Dreck künftig immer häufiger auslösen. Schon jetzt sind in seltenen Fällen Spinnen für den Alarm verantwortlich, da sie die Fotozellen blockieren. Daher setzt Romer auf Aufklärung und Kommunikation. Man müsse mit den Bürgern in den Dialog treten. Denn eines steht für ihn außer Frage: „Der Nutzen der Rauchmelder steht über allem.“

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