Pumptrack eröffnet Ende des Monats

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Auf dem Fourcross in der Bike-Anlage in Weingarten-Nessenreben sind hohe Sprünge möglich, wie Maurice Richter zeigt.
Auf dem Fourcross in der Bike-Anlage in Weingarten-Nessenreben sind hohe Sprünge möglich, wie Maurice Richter zeigt. (Foto: Maximlian Kroh)
Maximlian Kroh

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In der Fahrrad-Szene ist die Bike-Anlage des Radfahrervereins Weingarten in Nessenreben schon bekannt. Denn es gibt in der Region nicht viele legale Trails. In Weingarten dagegen stehen neben dem sogenannten „Flowtrail“ auch der „Fourcross“ zur Verfügung. Ende des Monats wird dann auch der „Pumptrack“ eröffnet.

Pumptracks sind geschlossene Rundkurse mit Wellen, Steilkurven und Sprüngen. Bei richtiger Gewichtsverlagerung ist es möglich, einen Durchgang zu fahren ohne treten zu müssen. Am vergangenen Wochenende haben die Mitglieder des Radfahrervereins den Weingartener Pumptrack weitgehend fertiggestellt. Zwischenzeitlich hatten sich die Arbeiten verzögert, denn es fehlte an Erde. Nach intensiven Gesprächen mit der Stadt hat der Baubetriebshof große Erddepots errichtet und die Arbeiten konnten fortgesetzt werden. In der zweiten Woche der Osterferien veranstalteten die Radfahrer ein dreitägiges Bauevent, mieteten sich einen Bagger und verteilten die Erde. Am Wochenende verdichteten sie die Erde noch mit der Rüttelplatte, jetzt ist der Pumptrack eigentlich befahrbar. Ende Mai wollen die Radfahrer die Bahn dann eröffnen.

Doch nicht nur am Pumptrack wurde in den Osterferien intensiv gearbeitet. An den Tagen zwei und drei besserten die Weingartener den blauen und roten Abschnitt am Flowtrail aus, einer Strecke, die von Nessenreben bis in die Oberstadt führt. „Gleichzeitig haben wir den schwarzen Abschnitt eröffnen können“, erzählt Alexander Jungaberle vom Radfahrerverein. „Den haben wir schon im Oktober umgebaut, aber als wir fertig waren, ist das Wetter schlecht geworden.“ Umbau, das bedeutet in erster Linie, dass die Steilkurven wieder höher gebaut und wurden. „Durch höhere Steilkurven kann man entspannter fahren“, erklärt Jungaberle. „Es ist wichtig, dass man oben nicht rausrutschen kann.“ Außerdem haben die Radfahrer die Sprungschanzen wieder ausgebessert, in eine geschmeidigere Form gebracht. Solche Maßnahmen sind nicht nur für die Sicherheit wichtig, sondern auch für das Fahrgefühl. Der Flowtrail hat seinen Namen daher, dass man beim Fahren in einen „Flow“ kommen soll. „Fahrer und Rad sollen eins werden. Und das klappt am ehesten, wenn man entspannt fahren kann“, so Jungaberle. „Das Ziel ist, dass man überall durchkommt, ohne das man großartig bremsen muss.“

Sicherheit im Vordergrund

Doch natürlich steht die Sicherheit beim Fahren im Vordergrund. Ein Helm ist Pflicht, außerdem sollte man nur auf dem Mountainbike fahren. „Mit dem klapprigen Straßenfahrrad fahren, ist nicht sehr sinnvoll“, meint Jungaberle. Er rät außerdem zu Knie- und Ellbogenschonern sowie einer Protektorenjacke. Dass es auf der Strecke sicher bleibt, dafür sorgt der Radfahrerverein. Das Waldstück gehört der Stadt, der Verein muss einige Auflagen erfüllen, um es nutzen zu dürfen. „Wir haben die Verkehrssicherungspflicht für die Anlagen, müssen also sicherstellen, dass die Anlagen jederzeit fahrbereit sind“, sagt Jungaberle. Es darf also keine rutschigen Stellen geben, auch dürfen keine spitzen Gegenstände aus der Strecke herausragen. Ein Mal pro Woche kontrolliert ein Vereinsmitglied den ganzen Trail, alle vier Wochen gibt es außerdem eine Begehung mit dem Bauhof, der vor allem die Holzkonstruktionen begutachtet. „Wenn irgendeine Stelle ein Sicherheitsrisiko darstellt, sperren wir entweder das Hindernis oder den ganzen Abschnitt“, sagt Jungaberle. „Nach Möglichkeit reparieren wir die Schäden aber sofort.“ Im Nutzungsvertrag ist klar geregelt, dass sich der Verein selbst um die kleineren Reparaturen kümmert. Größere Maßnahmen übernimmt die Stadt.

Für Jungaberle und seine Helfer kommt so ein beträchtlicher Zeitaufwand zustande. Seinen eigenen Aufwand schätzt er fürs Jahr 2017 auf etwa 100 Stunden einschließlich Organisation und Planung – und das ehrenamtlich. „Wenn mich jemand bezahlen würde, würde ich das sofort Vollzeit machen“, lacht er. „So muss man sich halt gut organisieren, damit der Aufwand gering bleibt.“

In der Region gibt es kaum andere legale Trails. Viele stehen illegal im Wald, werden also quasi nie auf Sicherheit kontrolliert. „Ein Problem ist auch das Gesetz“, erklärt Jungaberle. „Waldwege unter zwei Meter Breite dürfen ja nicht befahren werden, außerdem haftet im Schadensfall der Waldbesitzer.“ So kommen auch Fahrer aus Friedrichshafen oder Biberach nach Weingarten. Wie viele es genau sind, kann Jungaberle nur schwer schätzen. „Die Strecken werden gut angenommen, es ist teilweise ordentlich was los“, freut sich Jungaberle. Das gilt auch für die Helfer, die ohne große Werbeaktionen kommen: „Die Leute haben einfach Bock drauf. Weingarten hat eine gute Fahrradszene.“

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