Positive Jahresbilanz des Integrationszentrums

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Ein Ort der Begegnung: Das Integrationszentrum in Weingarten
Ein Ort der Begegnung: Das Integrationszentrum in Weingarten (Foto: Markus Reppner)

Es ist ein landesweites Vorzeigeprojekt: Das Weingartener Integrationszentrum. Am 3. Februar im vergangenen Jahr wurde es feierlich eröffnet. Nun liegt eine erste Arbeits-Bilanz vor und die Verantwortlichen ziehen ein positives Fazit.

Die Träger des Integrationszentrums nehmen ihre Verantwortung für das Haus über eine Steuerungsgruppe wahr. Diese setzt sich aus Vertretern der Stadt Weingarten, der Caritas Bodensee-Oberschwaben, der Diözese Rottenburg Stuttgart, den Franziskanerinnen vom Kloster Reute, der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Weingarten und weiteren Partnern zusammen.

Beratung und Unterstützung

Im Angebot des Hauses enthalten ist unter anderem das Integrationsmanagement, einem zentralen Aspekt des Pakts für Integration. Es ist für Geflüchtete zuständig ist, die nach der vorläufigen Unterbringung in städtischen oder privaten Wohnungen leben. Sie bekommen dort Beratung und Unterstützung bei Fragen des täglichen Lebens, beispielsweise bei der Arbeitssuche, bei Schulproblemen der Kinder oder beim Erlernen der deutschen Sprache.

Schwerpunktaufgabe ist vor allem das Erstellen eines individuellen Integrationsplans. So führten die Mitarbeiter der Integrationsmanagements 684 Beratungsgespräche, wie Angelika Hipp-Streicher, Fachleiterin Familie und Integration bei der Caritas Bodensee-Oberschwaben dem Weingartener Gemeinderat am Montagabend berichtete.

Doch nicht nur Geflüchtete bekommen aktive Unterstützung. Das Integrationszentrum begleitet auch Erwachsene mit Migrationshintergrund, die in Deutschland ein Bleiberecht haben. sie leben bereits länger in Deutschland und befinden sich in einer Lebenssituation, die eine neue Orientierung erfordert.

Interkulturelles Angebot

Neben der Unterstützung einzelner oder Familien bietet das Haus auch die Möglichkeit interkultureller Begegnung. Zuständig hierfür sind Franziskanerinnen vom Kloster Reute. So fand beispielsweise ab März vergangenen Jahres in zwei Gruppen das „Sprachangebot für Mütter mit kleinen Kindern“ statt. Am Sommer-Ferienangebot „Allerlei Ferientüftelei“ nahmen über 20 Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Ländern teil. Außerdem gab es wöchentliche Spielnachmittage.

„Herein“ vermittelt Wohnungen

Ein Ort der Begegnung ist auch das Café International. Es hat jeden Mittwoch ab 17 Uhr geöffnet. Durchschnittlich kamen 25 erwachsene Besucher und 14 Kinder. Wichtiger Bestandteil des Treffpunkts ist die deutsche Sprache, die dort geübt werden kann. Wie aus dem Bericht hervorgeht, würde das Café oft für Fragen bei Ämtergängen, Arbeit oder Schule genutzt. Es werde aber auch für politische Diskussionen genutzt. Der Erfolg des Integrationszentrums basiere auf der Bündelung der verschiedenen Angebote an einem Standort und in den Kooperationen mit weiteren Caritasdiensten und Partnern, wie Hipp-Streicher weiter ausführte. Neben einer psychologischen Familien- und Lebensberatung gibt es auch die Wohnraumoffensive „Herein“.

„Herein“ ist ein Projekt in Kooperation mit dem Dekanat Allgäu-Oberschwaben, dem Dekanat Friedrichshafen und den beteiligten Kommunen. Da viele Menschen mit geringem Einkommen nur schwer eine Wohnung finden, sucht die Caritas Eigentümer von Wohnungen oder Häusern, die an die Caritas vermieten möchten. Über „Herein“ konnten im Jahr 2018 neun Wohnungen vermittelt werden.

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