PH Weingarten trauert um ihren früheren Prorektor

Lesedauer: 3 Min
Norbert Feinäugle (rechts) bei der Verleihung der Ehrennadel, die er vom damaligen Rektor Jakob Ossner angesteckt bekam. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
Anton Wassermann

Lautstarke Eigenwerbung hat der emeritierte Germanistikprofessor Norbert Feinäugle während seines 20-jährigen Wirkens an der PH Weingarten nie betrieben. Dennoch gehörte er zu den profilierten und weit über die Hochschule hinaus geschätzten Mitgliedern des Lehrkörpers. Entsprechend groß war die Trauer, als er vergangenen Samstag im Alter von 70 Jahren gestorben ist. Am heutigen Mittwoch um 13.30 Uhr beginnt die Trauerfeier auf dem Kreuzbergfriedhof.

Nach seinem Germanistik-, Anglistik- und Französisch-Studium in Tübingen und in den USA, der Promotion und des Referendariats kam Feinäugle 1971 als Dozent an die PH Reutlingen, wo er 1975 zum Professor ernannt wurde. Zum 1. Oktober 1987 wechselte er nach Weingarten. Seine Schwerpunkte waren hier Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik. Von 1994 bis 2003 übernahm er das Amt des Prorektors. Vor dem Amtsantritt von Jakob Ossner musste Feinäugle sechs Monate als geschäftsführender Rektor die Leitung der Hochschule übernehmen, weil der zunächst gewählte Rektor sein Amt nicht angetreten hatte.

Mit großem Engagement nahm Feinäugle auch seine Aufgabe als stellvertretender Vorsitzender des Landeslehrerprüfungsamts wahr. Von 1994 bis 2007 gab er federführend die „Mitteilungen vom Martinsberg“ heraus. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Schriften fanden auch außerhalb der Hochschule große Beachtung. Doch am nachhaltigsten hat Feinäugle als Hochschullehrer gewirkt. Sein besonderes Anliegen war ihm dabei die Spracherziehung gewesen. In Anerkennung seiner vielfachen Verdienste wurde Feinäugle bei seiner Verabschiedung 2007 mit der Ehrennadel der Pädagogischen Hochschule ausgezeichnet.

Feinäugle galt auch als Experte, wenn es um das „Russenhölzle“ ging. Die Geschichte des ältesten russischen Soldatenfriedhofs, der sich in Weingarten befindet, war für ihn ein wichtiges wissenschaftliches Forschungsthema. Ihm war es wichtig, die Erinnerung wachzuhalten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen