Orientierungshilfe im Bürokratiedschungel

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 Barbara Baur (links) und Andrée Berger sind Bürgerlotsen für Menschen in Notlagen.
Barbara Baur (links) und Andrée Berger sind Bürgerlotsen für Menschen in Notlagen. (Foto: Margret Welsch)
Margret Welsch

Ob Anträge ausfüllen oder Begleitung bei Behördengängen. Ob Informationen für Arbeitslose oder Alleinerziehende oder Rat und Hilfe für Menschen in persönlichen Notlagen: Breit ist das Spektrum, bei dem die ehrenamtlichen Bürgerlotsen Unterstützung anbieten. Stadträtin Barbara Baur hat mit Mitstreitern das ehrenamtliche Projekt ins Leben gerufen.

Vielfältige wie langjährige Erfahrung bringt die Kommunalpolitikerin Barbara Baur für ihr neues ehrenamtliches Engagement mit. Sie war schon Kümmerin auf der Verwaltung in Schlier und ist seit vielen Jahren im Verband Alleinerziehender als auch bei „Bürger in Kontakt“ aktiv. Sie organisiert in drei Gemeinden die Schenktage, arbeitet mit bei der Kinderstiftung und bei Carisina. Dazu sitzt sie seit vielen Jahren im Stadtparlament Weingarten, ist Mitglied im Stadtseniorenrat und war für eine Legislaturperiode auch schon im Kreistag.

Aufgrund ihres breit gefächerten Engagements ist sie allseits bekannt und kennt Sachlagen von Hilfebedürftigen wie von Seiten der Behörden. Immer wieder werde sie deshalb angefragt und um Hilfe gebeten in den verschiedensten Lebenslagen. Ihr persönliches Engagement will die 62-Jährige nun zum ehrenamtlichen Projekt ausbauen will. Drei Mitstreiter hat sie dabei an ihrer Seite. Im Norden der Republik, wie in Cuxhaven, würden solche Dienste, Wegweiser durch das Dickicht der Bürokratie, sogar von der öffentlichen Hand finanziert. Die Bürgerlotsen sind für Menschen jeglichen Alters da quer durch alle Schichten einschließlich Asylbewerber und Menschen mit Migrationshintergrund. Auch über die Stadtgrenzen von Weingarten hinaus wollen sie tätig sein. Egal, wo der Schuh drückt, die Bürgerlotsen sehen sich als Kümmerer. Ob Anträge oder Briefe an Behörden. Ob Informationen über Möglichkeiten der Förderung bei Arbeitslosigkeit, bei Hartz IV oder bei Alleinerziehenden. Oder bei privaten Notlagen.

Feste Räume fehlen noch

Stoßen sie an ihre Grenzen vermitteln die Bürgerlotsen weiter an andere Dienste. Bis jetzt sind es vier Leute, die sich die Aufgaben teilen. Barbara Baur koordiniert das Ganze und ist Ansprechpartnerin für Senioren, Geflüchtete und Menschen mit geringem Einkommen. Andrée Berger, die viel in der Flüchtlingsarbeit tätig war, bietet Sprachbegleitung auf Ämtern an. Aysim Ermin ist für Alleinerziehende und Hartz IV-Empfänger zuständig. Und Toni Mönig deckt neben Behörden auch das Thema Wohnen ab.

Bis jetzt sind die Bürgerlotsen nur über Telefon erreichbar. Sie suchen die Menschen, wo möglich, in ihrer Umgebung auf. Möglichkeiten eines Treffens gibt es auch begrenzt im Büro von „Bürger in Kontakt“. Jedoch schweben Baur und ihren Mitstreitern in Zukunft schon auch eigene Räume vor – mit fixen Sprechstunden. Daher ist sie auf der Suche nach Fördertöpfen für solche sozialen Projekte. Ihre Idee bei entsprechenden Wettbewerben einreichen, sei eine weitere Möglichkeit, die Bürgerlotsen auszubauen und zu etablieren.

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