Nur noch 1,3 Prozent Unterschied: Grüne robben sich bei Europawahlen in Weingarten an die CDU heran

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 57,5 Prozent der Wahlberechtigten in Weingarten traten den Gang an die Urne an. Das waren 13,5 Prozent und damit rund 2400 Wähl
57,5 Prozent der Wahlberechtigten in Weingarten traten den Gang an die Urne an. Das waren 13,5 Prozent und damit rund 2400 Wähler mehr als im Jahr 2014. (Foto: Symbol: dpa/Frank Rumpenhorst)

Kräfteverschiebung in Weingarten: Während CDU und SPD massive Verluste einstecken mussten, dürfen sich die Grünen als großer Gewinner der Europawahlen in Weingarten fühlen. Mit 27,8 Prozent und einem Stimmenzuwachs von 12,8 Prozentpunkten lagen die Grünen gerade einmal 1,3 Prozent hinter den Christdemokraten, die letztlich auf 29,1 kamen. Während die AfD stagnierte, verlor die Linke einige Wählerstimmen. Die FDP konnte bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung etwas zulegen. Doch der große Gewinner bleiben die Grünen. In einigen der insgesamt 22 Wahlbezirke konnten sie die CDU sogar im zweistelligen Bereich distanzieren.

So lagen die Grünen im Wahlbüro „Amtshaus“ satte 15 Prozent vor der CDU. Doch auch in den Wahlbüros „Katholischer Kindergarten St. Lioba“, „Finanzamt IV“, „Feuerwehrgerätehaus“ oder den beiden Wahlbüros der „Schule am Martinsberg“ lagen die Grünen klar vorne. Genau umgekehrt sah es in den Wahlbüros „Katholischer Kindergarten Corbellini“, „KBZO“, „Katholischer Gemeindesaal“. „Haus am Mühlbach“ aus. Dort lag die CDU deutlich vor den Grünen. In den beiden Wahlbüros der „Talschule“ waren es sogar knapp 13 beziehungsweise 17 Prozent Unterschied zugunsten der Christdemokraten. Im „Katholischen Kindergarten St. Elisabeth“ gar 18 Prozent.

Das reichte in der Summe dann aber dennoch gerade einmal für 29,1 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, was einem Minus von 9,4 Prozent im Vergleich zu 2014 entspricht. Damals war die CDU mit 38,5 Prozent ganz klar stärkste Kraft bei den Europawahlen in Weingarten gewesen. Wie massiv die Kräfteverschiebung ist, zeigt der Blick auf die Grünen, die seinerzeit auf 14,9 Prozent kamen und deutlich hinter der SPD landeten. Die Sozialdemokraten, die 2014 mit 20,9 Prozent noch als einer der Sieger der Wahlen gegolten hatten, fielen auf 11,9 Prozent zurück. Ein Verlust von 9,0 Prozent.

Die viertmeisten Stimmen in Weingarten konnte die AfD für sich verbuchen. Sie kam auf 7,7 Prozent, was ein leichtes Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zu 2014 ausmacht. Ebenfalls zulegen konnte die FDP. Sie kam auf 5,6 Prozent, und damit 2,2 Prozent mehr als im Jahr 2014. Die Linke kam auf 3,6 Prozent (2014: 4,2). Sonstige Parteien, darunter die LKR von Weingartens bisherigem Stadtrat Werner Knörle (0,3 Prozent) oder Volt (0,8), kamen in der Summe auf 14,3 Prozent. Dabei besonders stark: Die Freien Wähler mit 3,3 Prozent, Die Partei mit 2,8 Prozent und die ÖDP mit 2,0 Prozent.

Besonders erfreulich: Die Wahlbeteiligung stieg mit 57,5 Prozent im Vergleich zu 2014 (44,1 Prozent) um fast 13,5 Prozent an. Das bedeutet: Von den knapp 18 000 wahlberechtigten Weingartenern gingen 10 333 (2014: 7952) an die Urne. Allerdings waren 150 Stimmen ungültig.

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