Mitbegründer des Weingartener Narrenvereins Wikinger ist gestorben

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Der Mitbegründer des Narrenvereins Wikinger, Ernst Denz, ist gestorben.
Der Mitbegründer des Narrenvereins Wikinger, Ernst Denz, ist gestorben. (Foto: Archiv: Siegfried Heiss)
Peter Engelhardt

Die Trauerfeier für Ernst Denz findet am Freitag, 4. Januar, um 11.30 Uhr in der Marienkirche statt.

Er hat ein Stück Weingartener Fasnetsgeschichte mitgeschrieben. Jetzt ist er im Alter von 75 Jahren nach langer, schwerer Krankheit gestorben: Ernst Denz, der Mitbegründer des Narrenvereins Wikinger. Der „Denza-Bolla“ ist von Bord seines Wikingerschiffes gegangen, auf dessen Kommandobrücke er in zahlreichen Fasnetsumzügen die Blicke auf sich gezogen hat.

Viele Jahre lang war Denz der Vorsitzende des Narrenvereins gewesen, den er zusammen mit seinen Feuerwehrkameraden Hans-Peter Isser, Wolfgang Otto und Dieter Dreher 1977 gegründet hatte. Jedermanns Sache war der neue Verein in den Gründerjahren nicht gewesen: So manches Mitglied der alteingesessenen Plätzlerzunft rümpfte die Nase angesichts einer Zunft, die es wagte, ohne Maske auftreten zu müssen.

Doch mit den Jahren beruhigten sich die Gemüter, man rückte enger zusammen, um die Altdorfer Fasnet, die mittlerweile um die Zunft der Bockstallnarren erweitert worden war, als vielgestaltigen Teil der fünften Jahreszeit zu präsentieren. Und als imposante Erscheinung tat sich stets der „Denza-Bolla“ hervor, „He, He, Wicki“ rufend und das närrische Volk großzügig mit Bonbons versorgend. Dass man Denz nach seinem Ausscheiden aus dem Vereinsvorsitz zum Ehrenvorstand ernannte, verstand sich von selbst.

Auch wenn der langjährige Kapitän jetzt das Schiff verlassen musste, der Name Denz bleibt Bestandteil des Narrenvereins. Seine Töchter Sabine und Andrea dienen der Zunft als Kassiererin beziehungsweise als stellvertretende Vorsitzende, Tochter Christine, die ihrem Vater Anfang der 2000er-Jahre als Vorsitzende nachgefolgt war und das Amt bis 2017 inne hatte, gehört mittlerweile dem Ehrenvorstand der Wikinger an.

Das Engagement von Ernst Denz beschränkte sich jedoch nicht auf die fünfte Jahreszeit. Er war Mitglied in mehreren Vereinen, im Übrigen auch bei den Plätzlern, und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Fanfarenzugs Rauenspurg. Er hat geholfen, wo immer es vonnöten war. So beim Schüler- und Heimatfest, wo er sich um die Instandhaltung des Wagenparks kümmerte. Er machte mit bei der Restaurierung alter Gegenstände. Ernst Denz, der gebürtige Feldkircher, lebte für Weingarten, wie seine Tochter Christine sagt. Dass seine Frau Ulla, die Narrenmutter der Wikinger, ihm dabei den Rücken stärkte, wusste „Denza-Bolla“ durchaus zu schätzen.

Die Trauerfeier für Ernst Denz findet am Freitag, 4. Januar, um 11.30 Uhr in der Marienkirche statt.

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