Martinshöfe stehen in Zentrum der Diskussionen

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Schwäbische Zeitung

Bei der Sitzung des Kommunalpolitischen Arbeitskreises Bündnis 90 / Die Grünen hat diesmal das Thema Siedlungspolitik im Mittelpunkt gestanden.

Laut einer Pressemitteilung des Arbeitskreises habe dabei der Wunsch nach mehr bezahlbarem Wohnraum – gerade auch für junge Familien – gestanden. Dazu würden die Martinshöfe eine Chance bieten. Von den Anwesenden wurde der Wunsch geäußert, dass die Stadtverwaltung externe Spezialisten mit ins Boot holt, die bereits Erfahrung mit gemischten Wohnprojekten haben und diese dann auch betreiben würden – ähnlich wie beim Ravensburger Bezner-Areal. Wichtig sei laut des Schreibens allen Anwesenden gewesen, dass das Viertel keine Schlafstadt werden darf, sondern ein lebendiges Wohngebiet mit verschiedenen Begegnungsmöglichkeiten sein muss. Da außerdem sehr viele Wohnungen in der Stadt leer stünden, müsse überlegt werden, wie man für die Besitzer einen Anreiz schaffen könne, diese zur Verfügung zu stellen.

Neubauprojekten in städtischen Randgebieten standen die Anwesenden eher skeptisch gegenüber. Zum einen habe Weingarten schon eine vierfach höhere Bevölkerungsdichte als die übrigen Gemeinden im Schussental, zum anderen seien die möglichen Baugebiete ökologisch und klimatisch sehr problematisch, so der Pressebericht. Die Wiese Richtung Briach liege in einer der wenigen Kaltluftschneisen und über die Öschwiesen finde der nächtliche Warmluftabfluss Richtung Süden statt.

Für die Martinshöfe verlangte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Claus Keßel, eine deutliche Nachbesserung des Konzepts im Sinne klimatischer und ökologischer Verbesserungen. Gefordert wurde ein klares Gesamtenergiekonzept mit dezentraler Wärmeerzeugung, von dem möglichst auch die umliegenden Wohnungen profitieren könnten. Die laut Ausschreibung geplanten zwei Bäume für die Innenhöfe hielten die Anwesenden für zu wenig. Es sei laut Keßel zu überlegen, ob die Dachbegrünungen durch eine dickere Substratschicht besser nutz- und bepflanzbar gemacht werden könne, um so eine Beitrag zur Luftreinhaltung und Artenvielfalt zu leisten.

Es sei auch wünschenswert, Richtung Münsterplatz eine verkehrsberuhigte oder gar autofreie Zone zu schaffen. Das würde aber durch den Anwohnerverkehr (Tiefgarage) zu einer deutlichen Mehrbelastung für Garten- und Schussenstraße führen, was vor allem letztere kaum verkraften könnte.

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