Mandala zieht in der Klinik die Blicke auf sich

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 Für das große Mandala im Gerinove-Gebäude, das Gabriele Janker-Dilger hier aufhängt, wurden auf gleichförmige Stoffquadrate mit
Für das große Mandala im Gerinove-Gebäude, das Gabriele Janker-Dilger hier aufhängt, wurden auf gleichförmige Stoffquadrate mit Textilfarbe eingestrichene alte Spitzen gedruckt. Der Druck wurde getrocknet, gebügelt und je IWO-Künstler wurde ein zweiter Druck auf das gleiche Quadrat gedruckt. (Foto: Medizin Campus Bodensee)
Schwäbische Zeitung

In der Weingartener Werkstatt für Menschen mit Behinderung und Qualifizierungsstätte für langzeitarbeitslose Menschen gibt es verschiedene begleitende Angebote wie Kunstkurse. Die dabei entstehenden Kunstwerke können aber mangels Fläche gar nicht aufgehängt werden. Daher wandte sich Elke Lang, Pädagogische Leiterin der Integrations-Werkstätten Oberschwaben Weingarten (IWO), an das Krankenhaus 14 Nothelfer.

Dort war laut Pressemitteilung des Medizin Campus Bodensee das Geriatrische Notfallversorgungszentrum (Gerinove) im Werden. Und bald sei klar gewesen, dass es viele freie Flächen geben wird, die geschmückt werden müssen. Als das Gerinove-Gebäude stand und farbige Wände vorzeigbar waren, besuchten Elke Lang und Gabriele Janker-Dilger, die die Leitung Kunst ABM (Arbeitsbegleitende Maßnahme) inne hat, den neuen Gebäudeteil. Schnell seien sich alle einig gewesen, dass es dort eine ideale Dauer-Ausstellungsfläche für die Werke der IWO-Künstler gibt.

Gabriele Janker-Dilger, studierte Modedesignerin und Künstlerin, betreut bei der IWO drei Kunstgruppen mit jeweils acht bis zehn Teilnehmern. Meist gebe es mehr Interessenten als Plätze in den Kursen, die auch von vielen „Wiederholungstätern“ besucht werden, heißt es. „Das künstlerische Niveau der Teilnehmer ist ganz unterschiedlich und misst sich nicht am Behinderungsgrad, sondern am Talent“, so Janker-Dilger und erzählt, dass es in ihren Kursen zwar thematische Vorgaben gibt, an diese müsse sich aber niemand halten. Vielmehr gehe es darum, „dass sich die Mitarbeiter etwas trauen und von der Vorstellung wie ein Kunstwerk auszusehen hat, ablassen.“ Wie gut ihnen das gelingt, sei ab sofort in den öffentlichen Räumen des Gerinove-Gebäudes am Krankenhaus 14 Nothelfer zu sehen

Insgesamt wurden 13 Bilder von 17 Mitarbeitern aufgehängt, darunter Mandalas, Aquarelle, Bleistiftzeichnungen und Mischtechniken. Allein am großen Mandala haben laut Mitteilung zehn IWO-Künstler mitgewirkt. Darunter eine 50-Jährige, die früher Schneidermeisterin war und seit einem Unfall mehrfach behindert ist. Von ihr stammen die Bleistiftzeichnungen, die von großer Genauigkeit geprägt seien und die außerordentliche grafische und ornamentale Begabung für Kompositionen zeigen. Mandalas hätten es einem 40-jährigen und mehrfach behinderten Mann angetan, da er beim Malen die größte Entspannung finde. Sein besonderes Gespür für Formen und Farben sehe man den auf den Mittelpunkt konzentrierten Bildern an.

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