Lehrkräfte können sich in Berufssprachkursen an der PH Weingarten weiterbilden

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 Die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung der PH Weingarten erhielt die Zulassung für die Qualifikation zur Vermittlung
Die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung der PH Weingarten erhielt die Zulassung für die Qualifikation zur Vermittlung berufsbezogener Deutschsprachkenntnisse vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. (Foto: Franziska Kraufmann/dpa)
Schwäbische Zeitung

- Damit Lehrkräfte in spezialisierten Berufssprachkursen unterrichten dürfen, müssen sie ab dem 1. Januar 2022 eine Qualifikation zur Vermittlung berufsbezogener Deutschsprachkenntnisse vorweisen. „Diese Zusatzqualifizierung dürfen wir jetzt anbieten“, freut sich Monica Bravo Granström, Geschäftsführerin der Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH). Diese habe mit ihrem didaktischen Konzept im zweistufigen Auswahlverfahren überzeugen können und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Zulassung erhalten.

„Die PH ist bestens geeignet“

Die Qualifikation der Lehrkräfte zählt laut Pressemitteilung zu den bedeutsamsten Einflussfaktoren für einen erfolgreichen Sprachunterricht, da diese mit ihren pädagogischen Entscheidungen eine Vielzahl von Einzelfaktoren und gruppendynamischen Prozessen beeinflussen und verbessern. „Die PH ist bestens geeignet für die Vermittlung entsprechender Kompetenzen für Berufssprachlehrende“, betont Rektorin Karin Schweizer.

Die Hochschule verfüge über das erforderliche Know-how, langjährige Erfahrungen in Sachen Sprachkompetenz sowie die notwendigen Ressourcen für die ab dem kommenden Jahr angebotene Zusatzqualifizierung. Darüber hinaus werde das Profil der Hochschule in den Bereichen Deutsch als Fremdsprache, Sprachförderung und Integration gestärkt.

Schwerpunkt: Verzahnung von Theorie und Praxis

Starten soll das neue berufsbegleitende Angebot der AWW für Lehrkräfte in Berufssprachen Anfang 2021. „Das didaktische Konzept der Zusatzqualifizierung legt den Schwerpunkt auf eine Verzahnung von Theorie und Praxis“, erklärt Bravo Granström. „Um die angestrebte professionelle Handlungskompetenz optimal anregen zu können, wird vom BAMF ein Fragebogen zur Selbstreflexion der Lehrkompetenzen auch zur Verfügung gestellt.“

Der Kurs dauert rund sechs Monate, umfasst 80 Unterrichtseinheiten und besteht aus acht Modulen, in denen unter anderem Grundlagen der Berufspädagogik, berufsbezogene linguistische und digitale Kompetenzen sowie Didaktik und Methodik im berufsbezogenen Deutschunterricht vermittelt werden. „Zwischen den Modulen sind Praxiserprobungs- und Reflexionsphasen vorgesehen“, berichtet die AWW-Geschäftsführerin.

Sowohl online als auch Präsenztermine

Während der gesamten Zusatzqualifizierung, die sowohl online als auch mit Präsenzterminen durchgeführt wird, wird ein Portfolio erstellt, das inhaltlich an die Aufgaben der einzelnen Module sowie an die Praxiserprobungs- und Reflexionsphasen anknüpft. Nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.

Zulassungsvoraussetzungen für die Teilnahme sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium, das Deutsch-Sprachniveau C1, eine Zulassung durch das BAMF zur Unterrichtstätigkeit in Integrationskursen sowie entsprechende Unterrichtserfahrungen im Umfang von 300 Unterrichtseinheiten. „Die Anfrage ist groß und wir planen eine zweite Durchführung des Kurses noch im Jahr 2021“, freut sich Bravo Granström.

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