Kultur ist mehr als Theater und Konzerte

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Nach der Methode des World-Cafés konnten sich die Teilnehmer an sieben Tischen und Fragestellungen einbringen, darunter zentral
Nach der Methode des World-Cafés konnten sich die Teilnehmer an sieben Tischen und Fragestellungen einbringen, darunter zentrale Anliegen für ein gedeihliches Vereinslebens oder besseren Austausch mit der Verwaltung. (Foto: Margret Welsch)
Margret Welsch

Den Kulturbegriff weiter fassen als nur Konzerte und Theater, war eines der Ergebnisse beim Workshop für Weingartner Vereine im Rahmen der Kulturkonzeption am Donnerstagabend im Kultur- und Kongresszentrum. Ferner ist eine bessere Vernetzung aller Kulturschaffenden gewünscht und mehr Angebote für die Jungen. Beklagt wurde im Übrigen der mangelnde Austausch von Studenten und Bevölkerung. Die Ideen und Wünsche fließen nun ein in ein Kulturkonzept, das die Stadt zusammen mit dem Vorarlberger Büro „Culturelab“ erarbeitet, und das dem Gemeinderat im November nach Befragung weiterer Akteure vorgestellt werden soll.

Sich den Blick von außen holen auf die Kulturpolitik der Stadt und schauen, wo etwas fehlt, das wollen Oberbürgermeister Markus Ewald und Kulturamtsleiter Peter Hellmig unter anderem mit der Einbeziehung der Vereine in die Kulturkonzeption. 165 sind angeschrieben worden, Vertreter von gut 20 Vereinen sind gekommen, darunter einige Studenten. Dass der Kulturbegriff viel weiter gefasst werden muss und sich nicht beschränken darf auf Hochkultur wie Konzerte und Theater, auch was die Ressourcen anbelangt, darin war man sich einig. „Vereine und Ehrenamt sind Teil der Kultur und tragen die Gesellschaft“, ist Moderator Christoph Thoma von Culturelab überzeugt.

Nach der Methode des World-Cafés konnten sich die Teilnehmer an sieben Tischen und Fragestellungen einbringen, darunter zentrale Anliegen für ein gedeihliches Vereinslebens oder besseren Austausch mit der Verwaltung. Oder wie kann man an Nachwuchs kommen und Migranten in Vereine integrieren? Von Studenten wurde gewünscht, wegzukommen von Spartendenken und Hierarchisierung. Auch Nischenkultur müsste ihren Platz haben. Angeregt wurden bessere Terminabsprachen, damit man sich bei Veranstaltungen nicht gegenseitig das Wasser abgrabe. Über den Stadtrand hinaus solle man die Kulturangebote im ganzen Schussental im Blick haben. Überhaupt den Austausch verbessern, die Vernetzung zwischen allen Akteuren, auch den Vereinen untereinander, durchzog den Abend wie ein roter Faden.

Zumal die Kluft zwischen den Studenten und der Bevölkerung. Man fühle sich nicht richtig angenommen von der Stadt, klagen Studentenvertreter und andere Vereine, man wisse viel zu wenig voneinander. Angebot und Nachfrage liefen ins Leere. Dabei hätten Studenten gerade auch für Weingartner Jugendliche ein gutes Kulturangebot. Über städtischen Kanäle, Weingarten im Blick, „Stadt, Land, See“ solle deshalb Werbung für ihre Veranstaltungen laufen. Überdies müsse der Veranstaltungskalender der Stadt viel weiter gefasst werden und dürfe nicht gewichten. Bessere Kommunikation und Kooperation erhoffen sich die Teilnehmer von regelmäßigen Treffen aller Kulturschaffenden in Weingarten. Zum besseren Kennenlernen der Vereine, auch untereinander, wurde ein Vereinsfestival im Kultur- und Kongresszentrum vorgeschlagen, darüber hinaus ist eine Internetplattform für alle Veranstaltungen gewünscht.

Neben der Unterstützung bei der Werbung erhoffen sich die Vereine von einem eigenen Ansprechpartner bei der Stadt Hilfe in Raumfragen und finanzieller Art. Was das Nachwuchsproblem vieler anbelangt, würde sich mancher Verein wünschen, dass er mehr Werbung in den Schulen machen darf für seine Sache. Die Zusammenarbeit mit Jugendhaus und Jugendgemeinderat soll intensiviert werden. Enger kooperieren mit den Studierenden und dem internationalen Stammtisch im Alibi will man in Sachen Integration von Migranten ins Vereinsleben. Auf dass das Kulturleben in Weingarten breiter und bunter wird.

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