Kommentar zur Absage des Blutrittes: Unausweichlich

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 Redakteur Oliver Linsenmaier sieht nun auch eine Chance zur Weiterentwicklung.
Redakteur Oliver Linsenmaier sieht nun auch eine Chance zur Weiterentwicklung. (Foto: SZ/Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung

Der Blutritt in Weingarten ist abgesagt. Durch die Corona-Krise und die damit einhergehenden Einschränkungen war dieser Schritt unvermeidbar. Selbst wenn die staatlichen Vorgaben bis zum 22. Mai wider Erwarten gelockert worden wären: Eine Reiterprozession mit mehreren Tausend Teilnehmern und zehntausenden Zuschauern wäre unverantwortlich gewesen.

Daher gebührt den Verantwortlichen für diese Entscheidung und vor allem die frühe Bekanntmachung großer Respekt. Als Außenstehender kann man nur ansatzweise erahnen, wie schwer ihnen die Absage der Prozession gefallen sein muss. Schließlich weiß der Arbeitskreis Blutritt besser als jeder andere, wie tief der Glaube bei einer Vielzahl von Menschen in der Region verwurzelt ist, die damit einen empfindlichen Einschnitt hinnehmen müssen.

Doch liegt in der Absage der Prozession auch eine Chance. Das Festhalten an sakralen Elementen ist nicht nur ein wichtiges Signal. Es ist auch eine Möglichkeit, die Feierlichkeiten rund um den Blutfreitag einer viel größeren und damit auch jüngeren Zielgruppe zugänglich zu machen. Sollten Livestreams von Gottesdiensten oder der Lichterprozession im Internet angeboten werden, könnte das ungeplant einen Schritt in die Moderne der größten Reiterprozession Europas bedeuten.

o.linsenmaier@schwaebische.de

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