Kinderhaus Bullerbü stellt in Weingarten „Demokratieerziehung im Vorschulalter“ mit Ausstellung vor

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Die Fotos der Ausstellung veranschaulichen Mitbestimmung im praktischen Kindergarten-Alltag: Kinder und Fachkräfte arbeiten geme
Die Fotos der Ausstellung veranschaulichen Mitbestimmung im praktischen Kindergarten-Alltag: Kinder und Fachkräfte arbeiten gemeinsam und gleichberechtigt daran. (Foto: DRK)
Schwäbische Zeitung

„Ich habe Rechte.“ „Ich habe eine Stimme.“ „Ich werde gehört.“ „Ich habe Pflichten.“ Dass die Kinderstimmen aus dem Off kamen, bekräftigte besonders eindringlich den Inhalt der Sätze bei der Ausstellungseröffnung „Demokratieerziehung im Vorschulalter“ in der Pädagogischen Hochschule in Weingarten. Diese sei aber keineswegs eine Abschlussveranstaltung, sondern ein Meilenstein dabei, den Kindern eine Stimme zu geben, wie Fanny Oberrieder-Christin laut einer Pressemitteilung des Deutschen Roten Kreuzes den Gästen versicherte. Die Einrichtungsleiterin vom Kinderhaus Bullerbü des DRK-Kreisverbandes Ravensburg initiierte die Ausstellung gemeinsam mit ihrem Team.

Vor etwa drei Jahren begann das Kinderhaus Bullerbü mit dem partizipativen Projekt, was bislang einmalig ist im süddeutschen Raum. Seit dem vergangenen Jahr gibt es dort die von allen Fachkräften unterzeichnete Kinderrechte-Verfassung als Grundlage einer bildungs- und demokratieorientierten pädagogischen Arbeit, so der Pressetext. Die Fotoausstellung sowie ein Film veranschaulichen, wie Erzieher und Kinder gemeinsam die Rechte und Pflichten erarbeiteten. Egal, ob es um Fragen der Kleidung, Essen oder Schlafen geht: Im Kinderhaus Bullerbü entscheiden die Kinder mit.

Dass es um die Kinderrechte weltweit bis heute nicht gut steht, schilderte von der Hochschule Ravensburg-Weingarten Professor Jörg Wendorff als Vizepräsident des DRK-Kreisverbandes Ravensburg. „Uns ist bewusst, dass es Kinderrechte gibt, wir sie aber noch nicht leben“, wird Wendorff in dem Schreiben zitiert.

Elvira Birk vom Verein Frauen und Kinder in Not in Ravensburg hat täglich mit Kindern zu tun, deren Rechte missachtet werden, deren Alltag von Gewalt oder von Übergriffen geprägt ist. In Bezug auf Gewaltprävention werden Kinder nicht mehr zu Opfern und Tätern, wenn sie in ihren Rechten gestärkt und zu demokratie- und empathiefähigen Mitmenschen erzogen werden, zeigt sie sich überzeugt so der Pressebericht.

Dem Kinderhaus Bullerbü zollte sie Respekt für das Engagement: „Wir verstehen dies als Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention an der Basis.“ Die Ausstellung fördere ein gutes Miteinander, sensibilisiere Kinder, Eltern, pädagogische Fachkräfte und die Mitbürger.

Das Projekt Kinderrechte sei auch auf Skepsis seitens der Eltern gestoßen, sagte Kristina Matschke vom Elternbeirat laut dem Pressetext.

Doch die Eltern seien immer einbezogen worden und heute, so bekräftigte sie, stehe die gesamte Elternschaft hinter dem Projekt. „Auf dem Weg haben die Kinder uns Erwachsene gelehrt, dass jeder einzelne ins System passt, wenn Demokratie wirklich gelebt wird,“ so Oberrieder-Christin.

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