Kinder sollen aktive Bürger der Demokratie werden

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Freuensich über die eigene Kita-Verfassung (von links): Felicitas Kraft, stellvertretende Leiterin Kinderhaus Bullerbü, Leiterin
Freuensich über die eigene Kita-Verfassung (von links): Felicitas Kraft, stellvertretende Leiterin Kinderhaus Bullerbü, Leiterin Fanny Oberrieder-Christin, Gerhard Krayss, Geschäftsführer DRK-Kreisverband Ravensburg, Helga Bayha (rief 1985 das Kinder (Foto: Deutsches Rotes kreuz)
Schwäbische Zeitung

Gewusel, Gelächter und aufgeregte Atmosphäre haben rund um das Kinderhaus Bullerbü des DRK-Kreisverbandes Ravensburg geherrscht. Alle aus dem Team rund um Leiterin Fanny Oberrieder-Christin unterzeichneten die über mehr als anderthalb Jahre zusammen erarbeitete Kita-Verfassung als Grundlage einer bildungs- und demokratieorientierten pädagogischen Arbeit, teilt das Rote Kreuz mit.

Seit Anfang 2017 setzten sich die Pädagogen der Kita detailliert mit den Rechten, der Partizipation und Mitbestimmung der Kinder auseinander. Heraus kam die Verfassung mit elf Paragrafen, die die Rechte der Kinder und damit verbunden eine Haltung der Pädagogen festschreiben. Das Ziel: Kinder sollen von klein auf lernen, eigenverantwortlich zu handeln und mitzubestimmen, um so zu aktiven Bürgern in unserer Demokratie zu werden.

Viel Lob für Vorreiter

DRK-Präsident Dieter Meschenmoser dankte den Unterstützern und dem Team, das mit der ersten Kita-Verfassung im süddeutschen Raum Neuland betreten habe. Auch bundesweit habe das Team die Nase vorn: Das Kinderhaus Bullerbü sei die erste DRK-Einrichtung mit einer eigenen Verfassung. Fanny Oberrieder-Christin dankte insbesondere ihren Teamkollegen. Durch ihre Haltung gegenüber Kindern und Menschen seien sie alle Vorbilder. „Demokratie können Kinder nur lernen, indem sie sie erleben“, meinte sie bewegt zu den Gästen. „Die Verfassung liegt uns am Herzen.“ Jugendgemeinderat Martin Winkler erklärte: „Es ist ein guter Tag für uns alle, für das Bullerbü und für Weingarten.“ Kinder und Rechte gehörten noch nicht seit ewigen Zeiten zusammen und seien auch nicht überall auf der Welt selbstverständlich. Gemeinschaft gelinge nur, wenn alle teilhaben. Mitbestimmung sei ein Privileg, wenn auch mit Arbeit verbunden.

Rainer Beck, Fachbereichsleiter Gesellschaft, Bildung und Soziales der Stadt Weingarten, zeigte sich glücklich über die tolle Einrichtung und hatte bezogen auf das städtische Konzept gute Nachrichten im Gepäck. In Weingarten werden wieder mehr Kinder geboren und die Stadt will darauf mit deutlich mehr Kindergartenplätzen reagieren. Ab dem Schuljahr 2021/22 werden die Kinder vom Kinderhaus Bullerbü voraussichtlich die Räume der Promenadegrundschule in Weingarten besiedeln und beleben, die bis dahin saniert und für sieben Kindergartengruppen ausgelegt sein wird.

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