Junge Naturchecker auf Entdeckungstour

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Junge Naturchecker bauen aus Ästen einen Wigwam im Wald – hier mit Sassa Ruopp.
Junge Naturchecker bauen aus Ästen einen Wigwam im Wald – hier mit Sassa Ruopp. (Foto: Kinderstiftung Ravensburg/Michael Kimpfler)
Schwäbische Zeitung

An einem späten Nachmittag in den Osterferien: In der Tüftelei, dem Mitmachwerkstatthaus der Kinderstiftung Ravensburg beim Integrationszentrum Weingarten, herrscht buntes Treiben. Da wird Ball gespielt und herumgeklettert, gemalt und gebastelt, gevespert, getobt und gelacht.

„Wir sind die Naturchecker, schau mal“, sagt ein Junge mit strahlenden Augen und präsentiert einige seiner Schätze, die er im Wald gefunden hat. Zusammen mit rund zehn weiteren Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis zwölf Jahren ist er in der Tüftelei mit dabei. „Unser Angebot findet große Resonanz, die Teilnehmer sind mit Feuereifer dabei“, freut sich Roswitha Kloidt, Projektleiterin der Kinderstiftung Ravensburg.

Jeden Tag ist die Feriengruppe auf Entdeckungstour. „Wir gehen gemeinsam in den nahen Wald“, berichtet Michael Kimpfler, der zusammen mit Sassa Ruopp die fröhliche Gruppe begleitet und anleitet. Erstaunen und Freude sind vielfach groß. Einige der jungen Entdecker waren noch nie im Wald. Mit Begeisterung sammeln sie große Buchenblätter, Steine und Hölzer in den unterschiedlichsten Größen, Farben und Formen. Sie entdecken Bachläufe und Blätterhöhlen, erkunden Hänge und Baumbrücken, bauen aus Ästen einen Wigwam und vieles mehr. „Einmal sind wir bei einem Schrebergarten vorbeigekommen. Und da dessen Besitzer gerade da war, durften die Kids in dem dortigen Baumhaus spielen und Schildkröten im Teich beobachten – das war ein ganz besonderes Erlebnis“, berichtet Ruopp. Niemand stört sich angesichts der warmen Temperaturen daran, wenn es bei den Waldtouren hin und wieder auch einmal nass oder feucht wird. Die bunt gemischte Gruppe mit Kindern und Jugendlichen verschiedener Nationalitäten hält zusammen, entdeckt immer wieder Neues und hat viel Spaß. Auch die Kommunikation klappt bestens. „Die jungen Naturchecker werden von Tag zu Tag selbstsicherer, animieren sich gegenseitig und trauen sich auch etwas zu“, freut sich Kimpfler. „Und sie sind unermüdlich“, lobt er. Zwischen fünf und acht Kilometer legen die jungen Waldentdecker auf ihren täglichen Streifzügen zurück, bevor es wieder zur Tüftelei geht.

Dort wird dann gemeinsam gevespert, gespielt und gebastelt. Die mitgebrachten Holzstecken werden entrindet und geglättet. Bemalt und mit Bändern und Stoffresten verziert verwandeln sie sich in originelle Spazierstöcke. Große Steine werden vergoldet und zu Zepter und Reichsapfel umfunktioniert. „Wir sind nämlich die Goldsteinköniginnen“, erklärt ein Mädchen lachend. Und natürlich entstehen auch Gänseblümchen- und andere Kronen.

Als sich der Feriennachmittag dem Ende neigt, zeigen die Kinder nur wenig Lust, nach Hause zu gehen. „Das ist für uns ein großes Lob“, freuen sich Ruopp und Kimpfler. Angesichts der großen Resonanz und der Begeisterung werde es das Naturchecker-Angebot der Tüftelei sicher bald wieder geben, verspricht Roswitha Kloidt. Für die Sommerferien ist es schon fest eingeplant.

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