Jelonek ist weg, jetzt muss es Bleile richten

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 Im Fokus: Weingartens Martin Bleile.
Im Fokus: Weingartens Martin Bleile. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Nach nur einem Jahr ist der SV Weingarten zurück in der Fußball-Landesliga. Der Aufsteiger startet am Sonntag mit einem Heimspiel gegen den FC Mengen und geht die neue Liga mit einem auf mehreren zentralen Positionen veränderten Team an.

Neuer Trainer der Weingartener ist Nectad Fetic. Fetics Vorgänger Thomas Gadek hatte Anfang Mai seinen Rücktritt erklärt, nachdem der Verein ihm mitgeteilt hatte, nach der Saison nicht mehr mit ihm zu planen. Zu diesem Zeitpunkt lag Gadek mit seinem Team mit zehn Punkten Vorsprung an der Spitze der Bezirksliga. Als sich der SVW bei Fetic meldete, war der denn auch völlig überrascht: „Ich war da gerade eine Woche weg“, erinnert sich der Coach. „Ich musste erst nachfragen, ob das wirklich der SV Weingarten ist, der anfragt. Die Mannschaft lag ja klar auf Aufstiegskurs.“

Beim FV Ravensburg II im Winter zurückgetreten

Nach etwas Bedenkzeit nahm Fetic die Herausforderung an. Der 46-Jährige ist ja in der Landesliga kein Unbekannter mehr: Zu Beginn der Saison 17/18 trainierte er den TSV Eschach – nach der vorzeitigen Trennung vom TSV übernahm er in derselben Spielzeit die U23 des FV Ravensburg und führte das Team mit 32 Punkten aus 17 Spielen von einem Abstiegsplatz auf Rang sechs. Aber auch beim FV folgte ein halbes Jahr später das Ende: Als klar wurde, dass Manager Fabian Hummel ab Sommer 2019 die U23 übernehmen würde, trat Fetic im Winter zurück.

Jetzt also der SV Weingarten – alles andere als eine einfache Aufgabe. Mit Jakub Jelonek haben die Weingartener ihren Kapitän und Aggressive Leader an den SV Seibranz verloren. Zudem schloss sich Stürmer David Stellmacher, mit 14 Treffern zweitbester Torschütze des SVW in der Meistersaison, Ligakonkurrent FV Olympia Laupheim an. Mit Manuel Romer und Nils Kautt verließen zwei jüngere Spieler den Verein, die es in den beiden vergangenen Jahren immerhin auf zusammen über 70 Einsätze gebracht haben. Matthias Gentner, der in der vergangenen Saison pausiert hatte, ging zum SV Ankenreute. Die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat Nectad Fetic in Sachen Erkan Kale. Kale ist einer der erfahrensten im Kader. Der sowohl defensiv als auch offensiv einsetzbare 29-Jährige will eigentlich eine Pause einlegen.

Mit Neuzugängen tat sich der SVW nicht einfach. „Es gab einige Spieler, die bereits zugesagt hatten“, berichtet Fetic. Nach der Trennung von Gadek zogen diese Kandidaten ihre Zusage aber zurück. Fetic zog für die Offensive Patrick Onuoha an Land – der 25-jährige Nigerianer kommt vom FV Bad Saulgau aus der Bezirksliga, hat aber schon für den SC Pfullendorf in der Landesliga und der Verbandsliga Südbaden gespielt. Zudem hat der SVW Sinan Birinci verpflichtet. Der heute 20-Jährige hat bei RB Leipzig schon U17-Bundesliga gespielt. Zuletzt brachte er es aber nach seinem Wechsel aus der Jugend des FV Ravensburg nach Oberzell dort nur zu wenig Einsatzzeit. Hussein Khanafer, Batuhan Asran und Konstantinos Athanasiadis kommen aus unteren Ligen, außerdem schloss sich Dominik Delimar nach seinem dreijährigen Engagement bei VfB Friedrichshafen wieder seinem Heimatverein an. Aus Italien stieß Mittelfeldspieler Robert Florea zum Team.

Eine besondere Rolle hat Benjamin Czogalla. Der gerade 19-Jährige vertritt zu Saisonbeginn Torwart Marius Suta. Schon beim 0:4 im Pokal gegen Weiler stand Czogalla zwischen den Pfosten. Das Problem: Der erfahrene Suta gehört zu einer mehreren Spielern, die Fetic urlaubsbedingt erst einmal nicht zur Verfügung stehen. Fast schon ein traditionelles Handicap beim SVW. „Wir müssen die ersten Wochen der Saison überstehen und trotzdem so viele Punkte wie möglich holen“, sagt der Trainer.

Es wird wohl einiges von Martin Bleile abhängen, dienstältester Spieler im Kader der Weingartener und mit 24 Treffern als Torschützenkönig einer der Garanten der Bezirksligameisterschaft. Wie Trainer Fetic ist der 29-Jährige nach dem Urlaub pünktlich zum Landesligaauftakt zurück. Der hat es in sich: Los geht’s am Sonntag um 15 Uhr mit dem Heimspiel gegen den Vorjahressechsten FC Mengen.

Dann folgen bis Anfang September mit dem VfB Friedrichshafen, dem FV Rot-Weiß Weiler und dem SV Kehlen drei Gegner aus den Top Fünf des Vorjahres – plus Verbandsliga-Absteiger FC Albstadt.

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