Hans Meinert zeigt Malerei und Zeichnungen in der Marienkirche Weingarten

Lesedauer: 3 Min
Die Bilder von Hans Meinert setzen sich oft mit aktuellen Themen auseinander, können aber auch nur das auf kleine Quadrate geban
Die Bilder von Hans Meinert setzen sich oft mit aktuellen Themen auseinander, können aber auch nur das auf kleine Quadrate gebanne Innere des Künstlers darstellen. (Foto: Margret Welsch)
Margret Welsch

Die Ausstellung „Augenblicke – Bilder eines Jahres“ von Hans Meinert läuft bis zum 20. Oktober in der Marienkirche

Die einen schreiben Tagebuch, Hans Meinert malt und zeichnet, was die Zeit ihm in die Hände spielt und ihn als Mensch bewegt. „Augenblicke – Bilder eines Jahres“ heißt seine Ausstellung, die derzeit in der Marienkirche läuft, und in der Persönliches für das Ganze steht.

Nein, nicht für jeden Tag des Jahres gibt es ein Bild, aber doch für jeden Monat 13. Von Hans Meinert festgehaltene Momente auf Spaziergängen mit seiner geliebten Hündin Amy, bei Begegnungen mit Menschen, in der Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. Und nicht zuletzt sind Träume und innere Bilder des Künstlers auf kleinen Quadraten verewigt, mal mit farbstarkem Auftrag oder aquarelliert, mal reduziert in schwarz-weiß gezeichnet. Sie wirken wie bunte Wandmosaiken voller Leben in dem sich farblich sonst zurücknehmenden Kirchenraum.

Die Betrachter sehen Ansichten von Landschaften wie Wurzacher Ried oder Federsee. Können sich in die ausdrucksstarken wie poetischen Phantasien von Hans Meinert verlieren und sich darauf ihren eigenen Reim machen wie in „Maienträume“, „Zukunftszweifel“ oder „Begegnungen in der Stadt“.

Die Malerei des 80-jährigen ehemaligen Werbegrafikers ist realistisch, wenngleich gerade auch bei den Phantasiebildern verstärkte Flächigkeit die Realität aufbricht und so andere Ebenen, Empfindungen, Zeitlosigkeit mit ins Bild kommen. Meinert zeigt nicht nur den Jahreszeiten angepasste Kalenderidylle, sondern stört sie auf, durchmischt sie mit den unbequemen Themen unserer Zeit, wie den mexikanischen Flüchtlingskindern, die durch die Trump’sche Politik von ihren Eltern getrennt wurden, mit Umweltzerstörung oder menschliche Krisen, die Leid und Trauer nach sich ziehen.

Verdichtet zumal in den Blicken der Abgebildeten, die ihr Übriges tun, die Betrachter in die Bilder zu ziehen und ihre Geschichten zu erzählen. Pastoralreferentin Marie-Luise Hildebrand bescheinigte dem Künstler bei der Vernissage bei aller Individualität seines Erlebens und Ausdrucks doch die großen Menschheitsthemen vom Werden und Vergehen in seinen Bildern zu thematisieren. „Augenblicke – Bilder eines Jahres“ ist die sechste Ausstellung von Hans Meinert in der Marienkirche. Seine Werke zur Schöpfungsgeschichte und zu Khalil Gibrans „Prophet“ zeigte er auch in seiner Heimat Bochum Wattenscheid und in Neuss. Im September wird es eine Ausstellung von ihm im Rathaus in Baienfurt geben.

Die Ausstellung „Augenblicke – Bilder eines Jahres“ von Hans Meinert läuft bis zum 20. Oktober in der Marienkirche

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen