Formula Student Team präsentiert zwei neue Rennwagen

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 Die zweite Generation eines autonomen Rennwagen „sieht“ dank drei Kameras besser als sein Vorgänger.
Die zweite Generation eines autonomen Rennwagen „sieht“ dank drei Kameras besser als sein Vorgänger. (Foto: Katharina Höcker)
Katharina Höcker

Mit der Präsentation ihrer zwei neuen Rennwagen startet das Formula Student Team aus Weingarten in die neue Saison. Ein Dreivierteljahr hat das Team an den Fahrzeugen gearbeitet. Mit dem „Stinger 19 Combustion“ und dem „Stinger 19 Driverless“ treten sie gegen Studenten aus der ganzen Welt an.

Nach der feierlichen Enthüllung geht es für die Fahrzeuge auf die Teststrecke, im August wird es dann ernst: Das Team aus Weingarten nimmt an vier Events teil und tritt unter anderem bei der Formula Student Deutschland auf dem Hockenheimring an. Eine Jury bewertet die Autos in verschiedenen Disziplinen und begutachtet Design und Kosteneffizienz sowie einen Businessplan für eine fiktive Zielgruppe. Auf der Rennstrecke zählen anschließend Beschleunigung, Handling und Energieeffizienz.

Unsichtbarer Fortschritt

„Es gab einen immensen technischen Fortschritt über die Jahre“, sagt Teammitglied Sven Schuhmacher stolz. Diese Entwicklung ist selten von außen sichtbar: Das Team entwickelte unter anderem eine eigene Ölpumpe, die den Gesamtschwerpunkt des Fahrzeugs verlagert und so leistungsfähiger macht. 2015 wurde die Aerodynamik noch mit einer 3D-Simulation überprüft, 2018 fand der Test in einem Windkanal statt.

Der „Stinger 19 Driverless“ hat unter anderem ein neues Computersystem bekommen und die Kamera wurde umgebaut. 2018 bauten die Weingartener Studenten zum ersten Mal ein autonomes Fahrzeug, in diesem Jahr wurde viel optimiert. Da der Vorgänger ein zu geringes Sichtfeld hatte, nehmen nun drei Linsen die Fahrbahn auf. So kann das autonome Fahrzeug besonders in Kurven effektiver gesteuert werden. Außerdem wurde das Notbremssystem verbessert.

Jedes Fahrzeug kostet mehr als 100 000 Euro. Das Formula-Student-Team Weingarten wird daher von Sponsoren unterstützt. „Wir fragen dafür Firmen aus der Region an“, erzählt Teamleiterin Selina Lorinser.

Pläne für E-Rennwagen

Die Studenten arbeiten nicht nur mit Firmen aus der Region, sondern auch untereinander eng zusammen. „Uns war es wichtig – obwohl wir zwei Autos bauen –, ein Team zu sein“, sagt Schuhmacher. Auch Selina Lorinser sieht den Zusammenhalt als eine der größten Stärken der Gruppe. „Wir sind wirklich eine Familie.“

Von der Teamstruktur könnten die Weingartener Studenten sogar profitieren. 2021 soll eine Regeländerung der Formula Student in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt muss jedes teilnehmende Fahrzeug so wie der „Stinger 19 Driverless“ autonom steuerbar sein. Aus zwei Fahrzeugen wird zukünftig eins. Bisher laufen beide Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor. Im Herbst 2019 soll das E-Mobility-Labor der Hochschule fertig sein. Dann wolle das Team auch ein elektrisch betriebenes Fahrzeug bauen, so Lorinser.

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