Ein Abend voll mit Stadtgeschichte und Akrobatik

Lesedauer: 6 Min
Yvonne Giwitsch

Alle Geschichten, Bilder und Videos rund um das Welfenfest gibt es online unter: www.schwaebische.de/welfenfest

Es ist Welfenfest, und Weingarten befindet sich in Feierlaune. Auf dem Festplatz duftet es nach gebrannten Mandeln und Zuckerwatte. Musik erklingt und lockt zu den Fahrgeschäften, wo Action und Nervenkitzel geboten sind. Im Kultur- und Kongresszentrum hingegen herrschte am vergangenen Samstagabend eine festliche Stimmung. Aufwendig und mit großer Sorgfalt dekoriert in Rot-Weiß lud der Saal zum Heimatabend ein.

Den feierlichen Auftakt zu einem unvergesslichen Abend machten die Schülertrommler zusammen mit der Stadtgarde und den Sportschützen der befreundeten Gemeinde Burgeis in Südtirol. Moderator Thomas Grimm freute sich, zahlreiche prominente Gäste aus Nah und Fern, zum Beispiel die beiden Bundestagsabgeordneten Axel Müller (CDU) und Benjamin Strasser (FDP) ebenso wie Abordnungen aus den Partnergemeinden begrüßen zu dürfen und stellte seine neue Co- Moderatorin Parinda Staudacher-Rall vor.

Oberbürgermeister Markus Ewald nahm den feierlichen Rahmen des Abends zum Anlass, nach 60 Jahren informeller Freundschaft nun den offiziellen Partnerschaftsvertrag mit Ortsvorsteher Florian Punt zu präsentieren und die zweite Ausfertigung zu unterzeichnen. Was einst durch verschiedene persönliche Kontakte begann, hat sich inzwischen zu einer festen Freundschaft mit etlichen Begegnungen auf privaten, vereinsinternen und kommunalen Ebenen gemausert. „Durch lebendige Städtepartnerschaften wird Europa im Kleinen gelebt und findet nicht nur auf hoher politischer Ebene statt“, so erklärte Ewald.

Als nächstes präsentierte sich eines der drei diesjährigen Welfenpaare. Lena Beck und Marvin Thurner stellten sich kurz der Öffentlichkeit vor. Diese Jugendlichen wurden im Jugendgemeinderat gewählt, um in die Rolle des berühmten Paares Welf IV. und Judith von Flandern zu schlüpfen und bei allen offiziellen Anlässen über das gesamte Welfenfest vom 7. bis 11. Juli mit dabei zu sein. Eine ganz besondere Atmosphäre war beim Heimatlied zu spüren, das vom Städtischen Jugendblasorchester unter der Stabführung von Rafael Ohmayer begleitet wurde und die Bedeutung des Festes für Klein und Groß erlebbar machte.

Nach diesen Formalien folgte ein Programm der Superlative. Die Jonglage-AG des Gymnasiums Weingarten eröffnete den bunten Reigen mit fliegenden Bällen und Keulen. Das Streicherensemble und die Suzuki-Streicher der Schule am Martinsberg setzen mit ihrer Präsentation einen ersten Kontrapunkt. Ein ganz besonderes schulübergreifendes Projekt präsentierte Alexa Becker, Dozentin an der PH Weingarten. Sie erarbeitete mit Lehrkräften und Schülern verschiedener Schulen einzelne choreographische Puzzleteile und setzte diese in einer unvergleichlichen Vorführung zu einem powervollen Gesamtkunstwerk zusammen. Mit derselben Power, enormem Stimmvolumen und rockigen Klängen stellte sich die Schülerband „Youngsters“ des Gymnasiums vor. Eine kurze Umbaupause erforderte das Programm der Leistungsturnerinnen des TV Weingarten, die auf Schwebebalken und Airtreckbahn über die Bühne wirbelten und ihr Können auf hohem Niveau präsentierten. Und mit einem weiteren Kontrapunkt, nämlich den stimmungsvollen Klängen der Guggenmusik „Schussagugga e.V.“ , entließen die Verantwortlichen ihr Publikum in eine kurze Pause.

Unterstützung für Tabea

Nach der Pause übernahm das Trommlercorps des Gymnasiums Weingarten unter der Stabführung von Tambourmajor Lennart Lohrmann und leitete zum zweiten Teil des Programms über. Die Trampolinturner des Turnvereins wirbelten durch den Saal und ließen dem Publikum den Atem stocken. Die Begeisterung und das Können der Sportler faszinierten Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Umso ernüchternder wirkte ein Blick zurück an einen unfassbaren Trampolinunfall vor genau einem Jahr. Tabea Schoch sitzt seit ihrem Unfall im Rollstuhl und gehört trotzdem immer noch zu ihrem Team. Ihre Mannschaftskameraden stehen seit dem Unfall noch fester zu ihr und tun alles, um sie auf ihrem Weg zurück in ein mobiles Leben zu stärken, zu fördern und zu begleiten. Die Show, die die Sportler beim diesjährigen Heimatabend zeigten, war eine von vielen Spendenaktionen, die Tabea Schoch bei der Finanzierung von Therapien helfen und bei dem Kampf um Lebensmut und Lebensqualität unterstützen.

Die „Söhne Manfreds“ brachten Leichtigkeit und Stimmung mit der Welfenversion des Bozener Bergsteigermarsches. Das Zunftratsballett der Plätzlerzunft begeisterte und faszinierte mit Originalität und geheimnisvollem Flair. Mit Lichteffekten setzte der „Feuerfuchs“ alias Michael Fuchs ein weiteres Highlight in einem hochkarätigen Abendprogramm. Wahnsinnseffekte, zum Beispiel das Konterfei von OB Ewald oder das Wappen des Welfenfestes ließen spontanen Applaus aufbranden. Den krönenden Abschluss des Abends bildete der Fanfarenzug Welfen, der mit seinen Klängen auch in den kommenden Festtagen des Welfenfestes immer wieder zu hören sein wird.

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