Brücken bauen statt Mauern

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Sie alle studieren Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Und gemeinsam riefen sie das Projekt „Speak4T
Sie alle studieren Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Und gemeinsam riefen sie das Projekt „Speak4Tolerance" ins Leben, um damit für ein respektvolleres Miteinander im Internet zu werben. (Foto: Andreas Rauscher)
Schwäbische Zeitung

Studenten aus Weingarten möchten mit ihrem Wettbewerb „Speak4Tolerance“ auf das Problem der Hatespeech im Internet aufmerksam machen.

„Cybermobbing“, „Shitstorm“ oder „Hatespeech“, für manche mag sich das noch immer nach Science Fiction anhören. Aber dieses Phänomen ist ein sehr gegenwärtiges. Es beschäftigt mittlerweile die Gesetzgebung ebenso wie Tatortkommissare. Es geht um den respektlosen, mitunter aggressiven oder sogar gewalttätigen Umgangston im Internet. Sich darüber nur zu ärgern wird daran aber sicherlich nichts ändern. Das sagten sich sieben Studierende der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Ravensburg-Weingarten und riefen den Wettbewerb „Speak4Tolerance“ ins Leben. Noch bis 21. Mai besteht die Möglichkeit, sich daran mit einem eigenen kreativen Beitrag gegen Hatespeech zu beteiligen.

„Die Hemmschwelle, im Internet seinen Zorn oder einfach nur Spott auszuleben ist viel niedriger, als etwa im Gespräch. Wir möchten mit Speak4Tolerance für das Problem Hatespeech sensibilisieren“, sagt Andreas Rauscher, einer der sieben Initiatoren. „Zugleich sind wir der Überzeugung, dass viele Menschen für einen respektvolleren Umgang miteinander sind. Dazu gilt es sich aktiv zu bekennen“, ergänzt Melek Efe. Sie studiert, wie ihre sechs männlichen Mitstreiter in Weingarten Wirtschaftsinformatik im Master-Studiengang. Die Idee zu Speak4Tolerance entstand im Rahmen der Vorlesung „Innovations- und Transferkompetenz“ und Professor Dr. Wolfram Höpken sagt: „Es geht um den Einsatz innovativer Techniken. Es freut mich, dass daraus nun ein Projekt entstand, dass sich für ein toleranteres Miteinander im Internet stark macht.“

Noch bis zum 21. Mai können kreative Beiträge – ob Foto oder Video, Text oder Musik – zu der Challenge „Speak4Tolerance“ beigesteuert werden. Dazu müssen die Teilnehmer ihren Beitrag auf ihrer eigenen Facebookseite mit folgendem Text öffentlich teilen: „Mit diesem Beitrag möchte ich auf Hatespeech aufmerksam machen und ein Zeichen gegen Hatespeech setzen!“ Außerdem ist der Hashtag „#Speak4Tolerance“ hinzuzufügen. Anschließend muss der Beitrag noch mit der Facebookseite „Speak4Tolerance“ verlinkt werden. Ausführlichere Teilnahmebedingungen sind unter www.speak4tolerance.com zu finden.

Schließlich werden attraktive Preise für die kreativsten und am häufigsten geklickten Beiträge vergeben. So erhält etwa der erstplatzierte ein iPad. Die Gewinner werden am 22. Mai auf der zentralen Facebookseite „Speak4Tolerance“ bekannt gegeben.

Nun sind die Organisatoren im Endspurt vor allem damit beschäftigt noch möglichst viele Leute mit ihrer Initiative zu erreichen. Sie haben ein Logo für Ihre Kampagne entwickelt, Plakate und Flyer gedruckt. Darauf steht: „Build bridges not walls“. Anspielungen auf aktuelle politische Begebenheiten sind nicht zu überhören. Und so sagen die sieben Studierenden auch über ihre Beweggründe: „Wir wollen uns für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft stark machen. Es ist uns wichtig, die Menschen davon zu überzeugen, dass Gemeinsamkeiten und das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Glaubensrichtungen zu wertvoll sind, um all das leichtfertig aufs Spiel zu setzen.“

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