Baienfurterin sammelt Spenden für Carisatt in Weingarten und wird zum Vorbild

 Nachbarschaft sammelt für die Tafel: Auf der Internetseite der Caritas Bodensee-Oberschwaben gibt es einen Flyer zum herunterla
Nachbarschaft sammelt für die Tafel: Auf der Internetseite der Caritas Bodensee-Oberschwaben gibt es einen Flyer zum herunterladen und ausdrucken. (Foto: Lea Dillmann)
Volontärin

Manchmal braucht es nur eine Kiste und ein paar Handzettel, um Gutes zu tun. Das zeigt die Geschichte von Regina Herzer aus Baienfurt. Insgesamt vier Autoladungen mit Lebensmitteln konnte sie durch die Mithilfe ihrer Nachbarschaft und anderer engagierter Leute bereits zum Tafelladen Carisatt nach Weingarten bringen. Wie sie das geschafft hat und wie man selbst helfen kann, hat sie der „Schwäbischen Zeitung“ erzählt.

Immer mehr Kunden kämen in den Tafelladen Caristatt in Weingarten, sagt Simone Prommer, Leiterin der Carisatt. In den vergangenen fünf Wochen sei die Kundenzahl um 40 auf rund 200 angestiegen. Prommer sehe vorerst auch kein Ende des Zuwachses. „Wir sind dafür gar nicht aufgestellt“, sagt sie. Der Laden sei grundsätzlich von Spenden abhängig. Die Vorräte in dem zehn Quadratmeter großen Lager würden nicht besonders lange ausreichen.

Baienfurterin startet Spendenaktion

Als die Baienfurterin Regina Herzer von der Lebensmittelknappheit der Tafeln erfuhr, wusste sie, dass sie in irgendeiner Weise helfen musste. Als Teil der christlichen Gemeinschaft Vineyard Ravensburg stoß sie die Idee an, ein Mal im Monat Lebensmittel zum Gottesdienst mitzubringen. Durch das Engagement der rund 25 Mitglieder der Gemeinschaft, seien so bereits einige Spenden für den Tafelladen Carisatt in Weingarten zusammengekommen, erinnert sich Herzer.

 Mitglieder der christlichen Gemeinschaft Vineyard Ravensburg haben für den Tafelladen Carisatt in Weingarten gesammelt.
Zwei Ehrenamtliche des Tafelladens Carisatt in Weingarten nehmen die Spenden der christlichen Gemeinschaft Vineyard Ravensburg entgegen. (Foto: Irene Lang)

„Wir fragten uns, wie könnte das noch mehr werden“, so Herzer. Eines Nachts sei ihr dann der Gedanke gekommen. Warum nicht einfach eine Box vor die eigene Haustüre stellen? Sie könnte ja die Menschen in der Nachbarschaft um Mithilfe bitten, lautete ihre Idee. Diese setzte sie dann Mitte Januar in die Tat um.

Wie die Nachbarschaftshilfe aussieht

Herzer druckte ein paar Handzettel aus und verteilte sie an ihre Nachbarn im Haldenweg in Baienfurt. Auf den Flyern hatte sie aufgelistet, was Carisatt in Weingarten aktuell brauchen kann. „Ich hatte keine Ahnung, ob das überhaupt eine Resonanz gibt“, sagt die 57-Jährige.

Derzeit bräuchte die Carisatt vor allem haltbare Trockenware wie Nudeln, Reis und Mehl aber auch H-Milch und Dosenfisch, sagt Prommer. Hygieneartikel wie Duschgel, Shampoo und Seife würde immer gebraucht. Obst und Gemüse bekämen sie bereits von Supermärkten gespendet.

Den Drang, anderen zu helfen, habe Herzer schon seit Langem. Über sieben Jahre hinweg hatte sie fast jede Woche einmal für das Begegnungscafé Carisina der Caritas Bodensee-Oberschwaben in Weingarten gekocht. In ihrem Alltag finde sie dafür heute keine Zeit mehr, sagt Herzer. Den Kontakt habe sie aber aufrechterhalten. Spenden für die Tafel zu sammeln und hinzubringen, das schaffe sie noch nebenher.

So ist die Aktion gelaufen

Letztlich wurde ihre Sammelaktion in der Nachbarschaft zu einem vollen Erfolg. Sie habe extrem viele Spenden bekommen, sagt Herzer. Das liege vermutlich daran, dass es sich um eine sehr niederschwellige Aktion handele. Die Leute müssten nur an ihrem Haus vorbeilaufen und die Spenden in die Kiste legen.

„Ich war so begeistert, dass ich davon in meinem Bekanntenkreis erzählte“, sagt Herzer. Immer mehr Menschen schlossen sich daraufhin an. Manche starteten selbst eine Sammelaktion in ihrer Nachbarschaft in Baindt, Ravensburg und anderen Wohngegenden von Baienfurt. Inzwischen seien sie zu sechst und konnten insgesamt vier Autoladungen zum Tafelladen Carisatt nach Weingarten fahren.

Herzer möchte alle Bürger dazu ermutigen, selbst aktiv in ihrer Nachbarschaft zu werden. Sie nehme aber weiterhin Spenden an oder hole sie auf Anfrage ab, wenn man nicht selbst zur Tafel fahren möchte. Interessierte können sich bei ihr unter der Rufnummer 0751/3525701 melden.

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