„Automobile müssen schlauer werden“

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 Freuen sich über den AVK-Innovationspreis (von links): Professor Jens Ridzewski, Maximilian Hardt, Annika Ackermann, Peter Frös
Freuen sich über den AVK-Innovationspreis (von links): Professor Jens Ridzewski, Maximilian Hardt, Annika Ackermann, Peter Fröschle, Florian Ritter, Professor Robert Bjekovic und Rudolf Kleinholz. (Foto: AVK)
Schwäbische Zeitung

Das gemeinschaftliche Forschungsvorhaben „Composites 4.0: Leichtbau durch Funktionsintegration“ ist in Stuttgart mit dem AVK-Innovationspreis in der Kategorie „Forschung und Wissenschaft" ausgezeichnet worden.

In dem Projekt kooperiert die Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) mit der Universität Stuttgart und den Unternehmen Daimler, Bosch und BASF sowie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, teilt die RWU mit. Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeiten stehen die Integration von Sensoren in hochbelasteten Faserverbundstrukturen sowie die drahtlose Übertragung der gemessenen Daten – also intelligente Bauteile.

Die AVK ist die deutsche Industrievereinigung „Verstärkte Kunststoffe“ und vergibt jährlich ihre Innovationspreise in den Kategorien Produkte und Anwendungen, Prozesse und Verfahren sowie Forschung und Wissenschaft.

An der RWU unterstützen laut Mitteilung der akademische Mitarbeiter Michael Elwert und Professor Robert Bjekovic das gemeinschaftliche Forschungsvorhaben am Forschungscampus ARENA2036 in Stuttgart. Ziel sei es gewesen, Kosten und Gewicht von Automobilbauteilen durch funktionsintegrierten Leichtbau zu senken. „Hierfür konnten die interdisziplinären Kompetenzen aller beteiligten Partner genutzt werden, um in kürzester Zeit Anwendungsforschung in Innovationen zu überführen“, sagt Bejokic, der an der RWU Fahrzeugkonstruktion, Leichtbau und alternative Antriebe lehrt.

So seien beispielsweise erstmalig die Integration von Temperatur-, Vibrations-, Lage- und Beschleunigungssensoren sowie der dazugehörigen Mikroprozessoren und Energiespeicher zur Erfassung und Auswertung der Daten in einem kohlefaserverstäkten Serienbauteil erforscht worden. Einmalig für solch eine Zusammenarbeit sei die Umsetzung der Technologieentwicklung direkt in einem Serienbauteil unter Verwendung von Serienwerkzeugen und -prozessen sowie die anschließende Bauteilerprobung im Fahrzeug.

Ein Serienbauteil einer AMG S-Klasse sei dazu mit Sensoren, Mikroprozessor und Batterien ausgestattet worden, um schon während der Produktion Daten zur Qualitätssicherung erfassen zu können.

Die gleichen Sensoren werden laut RWU später im Fahrzeug genutzt, um beispielsweise während der Fahrt Belastungen und Vibrationen zu messen. Online ausgewertet ermögliche das elektronische Paket zukünftig Informationen zu nutzen. So könnten etwa Service-Maßnahmen nur noch bei Bedarf und nicht nach festgelegten Intervallen erfolgen. Oder durch die permanente Erfassung von Störungen auf der Fahrbahn könnten Straßenmeistereien Informationen zu den Straßenzuständen erhalten.

Nicht nur das Automobil müsse schlauer werden, um die kommenden Anforderungen wie das autonome Fahren zu bewältigen, so Bjekovic. Auch seine einzelnen Komponenten würden zunehmend intelligenter und seien rund um die Uhr vernetzt.

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