An der Schule am Martinsberg hat Annette Bernhart jetzt offiziell ihr Amt angetreten

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Einen Apfelbaum schenkte das Kollegium der Schule am Martinsberg der neuen Rektorin (links) bei der Amtseinsetzung.
Einen Apfelbaum schenkte das Kollegium der Schule am Martinsberg der neuen Rektorin (links) bei der Amtseinsetzung. (Foto: Anton Wassermann)
Anton Wassermann

Es kommt nicht häufig vor, dass die neue Rektorin einer Schule von ihrer direkten Vorgängerin in ihr Amt eingesetzt wird. So geschehen am Freitag an der Schule am Martinsberg in Weingarten. Hier führte Schulrätin Bernadette Behr – bis vergangenen Sommer noch selbst im Rektorenamt – Annette Bernhart offiziell als Schulleiterin ein. Die neue Funktion hat Bernhart bereits seit Beginn des Schuljahrs inne.

Diese Aufgabe ist für sie nicht ganz neu. Denn zuvor hatte Annette Bernhart vier Jahre die Schule in Vogt geleitet. Jetzt steht sie allerdings einem größeren Kollegium vor und trägt die Verantwortung für mehr Kinder. Außerdem ist sie in die unmittelbare Nachbarschaft der Hochschule gerückt, an der sie studiert hat. Ihren bisherigen beruflichen Werdegang schilderte die neue Rektorin in einem Interview mit Bernadette Behr: Referendariat in Herrenberg, Lehrerin am KBZO in Weingarten, Abordnung an die PH Weingarten, Lehrerin in Amtzell, Prozessbegleiterin am Staatlichen Schulamt beim Aufbau Gemeinschaftsschulen und Rektorin in Vogt.

„Ich will keine dieser Stationen missen. Überall habe ich viel mitgenommen“, erklärte Bernhart im Gespräch mit der Schulrätin. Dass sie nicht nur aufgrund ihrer vielfältigen Qualifikation an der Schule am Martinsberg mit offenen Armen aufgenommen worden ist, sondern auch menschlich hier bestens integriert ist, zeigten die Reden und musikalischen Beiträge der Einsetzungsfeier, durch deren Programm Konrektorin Silke Straßner führte.

Die Integration von Kindern ganz unterschiedlicher Herkunft und die Inklusion von Kindern mit Behinderung sind an dieser Schule Alltag.

Als größte Herausforderung bezeichnete es die neue Rektorin, all diese Aufgaben bei gleichzeitigem Personalmangel so zu bewältigen, dass die Kinder Schule als Heimat empfinden, in der sie ihre Fähigkeiten entwickeln können. Dazu gehörten auch eine gute technische Ausstattung und Räume, in denen sich alle wohlfühlen.

Auf diese Wünsche ging Bürgermeister Alexander Geiger allerdings nicht explizit ein. Vielmehr verwies er darauf, dass die Schule am Martinsberg schon seit Jahrzehnten eine herausragende Integrationsarbeit leiste. Hier werde die neue Rektorin aufgrund ihrer umfassenden Qualifikation neue Impulse setzen. Ein engagiertes und qualifiziertes Kollegium unterstütze sie dabei. Als Orientierungshilfe an ihrem neuen Wirkungsort schenkt ihr Geiger das Heimatbuch der Stadt Weingarten.

Der geschäftsführende Rektor der Weingartener Schulen, Frank Widmaier, bescheinigte seiner neuen Kollegin eine hohe Motivation, die Herausforderungen der nahen Zukunft zu meistern. Dies seien insbesonders die innere und äußere Schulentwicklung. Dazu gebe ihr das gesamte Team Sicherheit durch selbständige und innovative Arbeit. Der Elternbeiratsvorsitzende Klaus Lunge sicherte ihr dabei auch die volle Unterstützung durch die Elternschaft zu. Seine bisherigen Begegnungen mit Annette Bernhart hätte ihm das sichere Gefühl gegeben, „dass unsere Kinder bei Ihnen gut aufgehoben sind“.

Seine Wünsche an die neue Rektorin kleidete Schuldekan Frank Eberhardt in eine Geschichte, in der ein Kind ein Bild mehrfach übermalt, so dass am Ende ein schwarzes Blatt erscheint: „Man muss die ganze Geschichte kennen, um ein Bild zu verstehen. So verhält es sich auch mit der Bildung. Ich wünsche, dass es Ihnen gelingt, im Alltag hinter die Oberfläche zu sehen.“ „Hier herrscht ein guter Geist“, bekannte die neue Rektorin in ihrem Schlusswort. Es seien gerade die Aktivitäten im musischen und sportlichen Bereich, die Kinder in ihrem Lernen und der persönlichen Entwicklung voran bringen.

Kinder seien leistungsbereit, wenn sie sich wohlfühlen. „Wenn wir das schaffen, haben wir als Grundschule einen guten Job gemacht.“ Der Einstieg am Martinsberg sei ihr auch durch die gute Vorarbeit der Vorgängerin leicht gefallen. Jetzt hoffe sie, bald wieder mehr Zeit zu haben für ihre eigene Familie. Deren Aufgabe wird es sein, einen geeigneten Platz zu finden für den Apfelbaum, den das Kollegium der neuen Rektorin geschenkt hat.

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